Ungleichheit durch libertäre Entwicklungen

Doch die ungebremste und unregulierte Digitalisierung sorgt mittlerweile auch im Geldhandel für Aufregung. Die Internet-Währung Bitcoin ist Anfang August massiv eingebrochen, nachdem eine Hongkonger Tauschplattform gehackt wurde und umgerechnet 56 Millionen Euro entwendet worden waren. Nun unterliegt Bitcoin keinerlei Aufsicht durch die Notenbanken - und scheint auch nicht sehr sicher zu sein.

Selbst wenn die digitale Währung nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird, ist die fehlende Sicherheit beunruhigend. Und Bitcoin entzieht sich der Geldmenge, die ja eigentlich von den großen Notenbanken der Welt penibel gesteuert wird. Ein plötzlicher Anstieg dieser Geldmenge könnte zu inflationären Entwicklungen führen. Bitcoin wurde 2009 erstmals verwendet. Angeblich ist es von einem Australier erfunden worden, der sich ein japanisches Pseudonym gab. Den Notenbanken macht Bitcoin zusehends Probleme - aus den erläuterten Gründen.

Andrew Keens Fazit: Das Internet begünstigt libertäre Entwicklungen, die zu einer Art Feudalherrschaft und größerer Ungleichheit führen. Es sei denn, die Politik kann sich zu Regulierungen durchringen. Wie die allerdings in einer globalisierten Welt funktionieren sollen, ist ebenfalls ungeklärt - und ein anderes Thema...