Wien. Wer gegen Hassbotschaften im Internet aktiv werden will, kann sich nun Tipps dafür holen. Die EU-Initiative Saferinternet.at hat mit Unterstützung von Facebook und in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung einen Leitfaden dafür publiziert, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Informiert wird über Meldestellen sowie über die Rechtslage in Österreich.

Der Leitfaden "Aktiv gegen Hasspostings" informiert, wie Internet-Nutzer konkret gegen Hasspostings im Netz vorgehen können und wie sich die rechtliche Situation dazu in Österreich gestaltet.


Link-Tipps
Saferinternet.at-Leitfaden
Leitfaden zu Cybermobbing
Digi4family.at
Saferinternet.at
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Die Verbreitung von Hassbotschaften im Internet nimmt stetig zu. Gleichzeitig wollen immer mehr Internet-Nutzer dagegen aktiv werden. Deshalb veröffentlicht die EU-Initiative Saferinternet.at mit der Unterstützung von Facebook und in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt, dem Bundesministerium für Familien und Jugend sowie dem Bildungsministerium erstmals einen umfassenden Leitfaden zum Thema.

Jeder kann gegen Hass im Internet aktiv werden

Der Leitfaden "Aktiv gegen Hasspostings" bietet Internet-Nutzern detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie und wo sie hasserfüllte Beiträge in Sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, YouTube, Twitter und Ask.fm) sowie auf Websites melden können. Darüber hinaus werden alle relevanten Meldestellen in Österreich mit ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen angeführt.

Weiters gibt der Leitfaden einen Überblick zur rechtlichen Situation in Österreich, klärt auf, wann ein Posting eine strafbare Handlung darstellt und beschreibt, wie eine Anzeige erstattet werden kann.

Wer weitere Informationen oder eine Beratung sucht, wird in einem eigenen Kapitel über die wichtigsten Beratungsstellen und Schulungsangebote in Österreich informiert. Eine Übersicht über weiterführende Literatur und Materialien ergänzt den Leitfaden.

Staatssekretärin Muna Duzdar begrüßt die Veröffentlichung des Leitfadens: "Der Leitfaden von Saferinternet.at stellt eine optimale Ergänzung zu unserer Kampagne #GegenHassimNetz dar. Gerade weil es keine Patentrezepte gegen Hasspostings im Netz gibt, bietet der Leitfaden eine breite Palette an Informationen und Angeboten zum Umgang mit negativen digitalen Auswüchsen."

Eva-Maria Kirschsieper, Head of Public Policy für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Facebook ergänzt: "Um Hassrede etwas entgegenzusetzen, müssen Gesellschaft, Politik und Unternehmen zusammenarbeiten. Auch wir sind uns unserer Verantwortung sehr bewusst und möchten unseren Beitrag leisten. Aus diesem Grund freuen wir uns, dass wir mit der Unterstützung dieses Leitfadens dabei helfen konnten, den Menschen konkrete Strategien und Tipps an die Hand zu geben, um Hass und Rassismus im Internet entgegenzutreten."

Zivilcourage im Netz: Gegenrede sinnvoll gestalten

Ein wesentlicher Bestandteil des Leitfadens sind konkrete Empfehlungen zur Gegenrede. Die Gegenrede, oder auch "Counter Speech" genannt, bezeichnet Texte, Bilder oder Videos, die geschaffen werden, um verschiedenen Formen von Hassreden im Internet entgegenzutreten. Es geht etwa darum Hassbotschaften mit stichhaltigen Argumenten sachlich zu widerlegen. Solche Argumente dienen vor allem auch dazu, stille Mitlesende zum Nachdenken zu bewegen. Im Leitfaden werden dazu verschiedene Strategien vorgestellt.

"Die Stimme gegen Hass im Netz zu erheben erfordert Kompetenzen für eine reflektierte Mediennutzung, gerade auch von jungen Menschen. Gemeinsam mit Saferinternet.at haben wir dafür zahlreiche Angebote für Schulen entwickelt", so Bildungsministerin Sonja Hammerschmid.

Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin betont auch die Rolle der Familie: "Eltern haben für Kinder eine nicht zu überschätzende Vorbildfunktion, auch im Internet. Deshalb unterstützen wir Erziehende mit einer breiten Palette an Informationsangeboten und Weiterbildungen für eine gelingende Medienerziehung."

Nächste Woche Thema im Lehrlingsparlament

Hassbotschaften im Internet werden kommenden Woche Jugendliche im Lehrlingsparlament beschäftigen. Sie schlüpfen am 10. und 11. November in die Rolle von Abgeordneten, halten ein Hearing mit Experten der Staatsanwaltschaft Wien und des Mauthausen Komitee ab - und Freitag ab 15.00 Uhr eine Plenarsitzung.