WWW. Menschenwürde und Technologie. Moral und Ethik im digitalten Zeitalter. Wie geht man als Mensch mit Cyber-Attacken um? Wie wird die Arbeitswelt auf Roboter, wie die Demokratie auf Chatbots reagieren? Und vor Allem: Wie sieht es mit den Menschenrechten in einer globalisierten, digitalen WWWelt aus?

Ein Vorschlag für den Schutz ebendieser digitalen Grundrechte wurde nun unter dme Namen "Digitalcharta" veröffentlicht. Die Frage, die es zu beantworten gilt, lautete "wie sich die Freiheit des Einzelnen im Zeitalter der Digitalisierung schützen lässt". 27 Prominente haben sich ein Jahr mit den Herausforderungen der Digitalisierung, der Cyber-Bedrohungen und ethisch-moralischer Fragen der Menschheit auseinandergesetzt und eine entsprechende Empfehlung veröffentlicht.

Prominente Unterstützer

Die Digitalcharta versuche, "Antworten zu geben auf die Frage, wie sich die Freiheit des Einzelnen im Zeitalter der Digitalisierung schützen lässt – gegenüber Staaten, aber auch gegenüber internationalen Großkonzernen", hieß es in einer Aussendung. Auf Initiative der Zeit-Stiftung haben sich Intellektuelle aus Deutschland mehr als ein Jahr lang mit den vielfältigen Aspekten der zukünftigen Themen beschäftigt. Der Charta-Entwurf umfasst 23 Artikel. Darunter auch Vorschläge zum Umgang mit Hetze und Hass im Internet, zur Autonomie und Freiheit des Einzelnen, zum Einsatz und zur Entwicklung künstlicher Intelligenz, zur Datensicherheit.

Unter den 27 Prominenten finden sich die Schriftstellerin Juli Zeh, Blogger Sascha Lobo und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Aber auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, die Publizistin Carolin Emcke, der Philosophen Jürgen Habermas und der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger.

Recht auf Vergessen

Weitere Themenkreise der Charta sind etwa das "Recht auf Vergessen", hierzu heißt es: "Jeder Mensch hat das Recht auf digitalen Neuanfang. Dieses Recht findet seine Grenzen in den berechtigten Informationsinteressen der Öffentlichkeit." Aber auch das Thema Arbeit und Digitalisierung - in Artikel 21 steht: "(1) Arbeit bleibt eine wichtige Grundlage des Lebensunterhalts und der Selbstverwirklichung. (2) Im digitalen Zeitalter ist effektiver Arbeitsschutz zu gewährleisten. (3) Der digitale Strukturwandel ist nach sozialen Grundsätzen zu gestalten."