Nachholbedarf bei der Digitalisierung

Die OECD ortet in Österreich Nachholbedarf im Bereich Digitalisierung, um an den digitalen Vorreiter Skandinavien aufzuschließen. "Die Anpassung an die globale digitale Revolution verlief in Österreich langsamer als in den am meisten fortgeschrittenen OECD-Ländern", schreiben die OECD-Experten im aktuellen Österreich-Länderbericht.

In einigen Bereichen der Digitalisierung sei Österreich führend, aber gesamt gesehen schreite die Digitalisierung langsamer voran als etwa in Finnland, Schweden, den Niederlanden und Dänemark, sagte die stellvertretende OECD-Generalsekretärin. Der Abstand Österreichs zu den digital besonders fortschrittlichen Ländern würde sich eher vergrößern. Kiviniemi erinnerte daran, dass in der Digitalwirtschaft ein langsamer Wandel gefährlich sei, weil das Prinzip "The winner takes it all" gelte. Der digitale Wandel erhöhe außerdem den bereits bestehenden Druck am Arbeitsmarkt und bei der sozialen Inklusion.

Österreich und Deutschland liegen bei vielen Digitalindikatoren über dem Schnitt der 35 OECD-Industrienationen, der aufstrebenden Schwellenländer und der EU-28-Mitgliedstaaten, aber hinter den digitalen Vorreitern aus Skandinavien.

Nachholbedarf vor allem bei KMU

Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) verwies bei der Präsentation des OECD-Berichts darauf, dass Österreichs Leitbetriebe beim Digitalisierungsgrad mit den Skandinaviern mithalten könnten, aber Nachholbedarf bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bestehe. Leichtfried will eine Strategie für die nächste Mobilfunkgeneration 5G und Laptops und Tablets für alle Kinder im Land erreichen.

Die für Digitalisierung zuständige Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) erklärte, dass bei der "Digital Roadmap" der Bundesregierung ein Monitoring vorgesehen sei. Es sei ein jährlicher Digital-Gipfel geplant, wo die Entwicklung der "Digital Roadmap"-Indikatoren diskutiert werde. Auch Wirtschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP) sieht Handlungsbedarf im Digitalsektor. "Wir müssen unsere Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser für die digitale Transformation rüsten. Um den Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig zu halten, sollte der Fokus auf Digitalisierung oberste Priorität haben", so Mahrer zur APA. Neben Investitionen in Bildung und Forschung brauche es vor allem mehr Anstrengungen bei der digitalen Infrastruktur.