Wien. Der Prozess gegen den Betreiber des Internetportals "kreuz-net.at" ist am Dienstag vertagt worden. Der Mann, der wegen Verhetzung angeklagt ist, erschien nicht bei der Verhandlung am Wiener Straflandesgericht. Konkret geht es um einen im Dezember 2015 publizierten Beitrag mit wüsten Ausfällen gegen Homosexuelle. Unter anderem war die Rede von Syphilis als "Gottes Strafe" für "Homo-Unzüchtler".

Das Internetportal, das auch unter "kreuz-net.info" abrufbar war bzw. ist, nimmt für sich in Anspruch, "katholische Nachrichten" zu verbreiten. Wiederholte antisemitische und homophobe Beiträge hatten bereits 2013 den heimischen und den deutschen Verfassungsschutz auf den Plan gerufen. Die Staatsanwaltschaft Wien nahm schließlich Ermittlungen auf.

Der Prozess gegen den Betreiber - ein Burschenschafter, der in der Vergangenheit unter anderem die radikale Seite www.couleurstudent.at verantwortet haben soll - hätte eigentlich bereits vor zwei Wochen über die Bühne gehen sollen. Nachdem ihm der Strafantrag zugestellt worden war, beschied der Angeklagte allerdings dem zuständigen Richter, der ihm bis zum geplanten Verhandlungstermin zur Verfügung gestellte Zeitraum sei "für die theologische Abklärung" der inkriminierten Begriffe nicht ausreichend. Darauf bekam er eine zweiwöchige Vorbereitungszeit zugestanden.

Am Dienstag fehlte vom Beschuldigten jede Spur. Selbst die Polizei konnte den Mann laut Richter nicht ausfindig machen. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass weder ein Verteidiger noch Zeugen geladen waren. Ein Termin für eine weitere Verhandlung stand zu dem Zeitpunkt noch nicht fest.