Der perfekte Coach

"Aha, sie arbeiten in einem Business, das ihnen gar keinen Spaß macht. Ja, warum ändern sie denn das nicht? Und Social Media: Kennen sie sich dort aus? Was haben sie lieber: Instagram oder Snapchat? Wenn ihnen das eine nicht passt, machen sie das andere. Es gibt doch genug davon!" Sie würden auf jede gestellte Frage garantiert eine Antwort bekommen. Auch wenn es scheint, dass Vaynerchuk nur des Reden wegen in seiner hemdsärmeligen Sprache vor sich hinplappert. Diese schaukelt sich aber während des Beratungsgesprächs so hoch, dass im Endeffekt aber sicher eine Perle der Weisheit rauskommt. Denn er sieht sich dafür berufen, der perfekte Coach zu sein. Ohne Wenn und Aber. Er weiß, dass er in diesem Job gut ist. Das strahlt er auch aus und wertet sich selbst und das Gegenüber auf.

Kommunikation als Sauerstoff

Gary Vaynerchuk selbst ist eine Eigenmarke, was voraussetzt, dass er  jeden Tag am Ball bleiben muss: 24/7/365, also: 24 Stunden täglich für 7 Tage und das das ganze Jahr hindurch. Das intensive Verhältnis mit seinen Followern muss gepflegt werden. Vaynerchuk beantwortet sämtliche Tweets persönlich. Seine 70 Tweets am Tag sind direkte Antworten an seine Fans. Er produziert am laufenden Band, schreibt drei Essays pro Woche, dreht ein halbes Dutzend Youtube-Videos und postet ein Dutzend auf Facebook. Das macht ihn reich und offensichtlich glücklich. "Schreib mir zurück, oder sag wenigstens Hallo. Denn das ist mein Sauerstoff". Im Fachjargon nennt man das "User-generated content" (UGC, englisch für "nutzergenerierte Inhalte").

"Warum ich das mache? Weil ich Karma irrsinnig praktisch finde. Wenn du andere ausreichend versorgst, mit einem guten Team, mit einem guten Ratschlag, dann ist es auch gut für dich." Aus diesem Grund ist er ein "Business Angel": Er investiert in Firmen, die er für vielversprechend hält. "Warum ich auf der Gewinnerseite bin? Weil ich ich selbst bin und ich die Menschen daran teilhaben lasse. Es ist ja immer besser, den Leuten zu  erklären, welchen Prozess du durchwanderst und ihnen nicht erzählst, was du irgendwann sein willst. Wichtig ist, dass du dich nicht überbewertest, nur damit sie auf dich aufmerksam werden."