Facebook-Chef Zuckerberg. - © reu
Facebook-Chef Zuckerberg. - © reu

Wien. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Dieses ungeschriebene Gesetz in der IT-Landschaft gilt seit Bestehen selbiger und wird gerade bei Datenschutzskandalen immer wieder zitiert. Und tatsächlich, der ultimative Schutz privater Daten vor Diebstahl, Verlust und Cyberkriminalität, ist nicht gegeben. Wesentlich ist aber, dass man über die Möglichkeiten und auch die Gefahren im Alltag Bescheid weiß und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen trifft.

Am nächsten an absolute Sicherheit kommt man dann, wenn private Daten verschlüsselt auf einem USB-Stick oder einer Festplatte gespeichert werden (am besten auch noch mit einem zweiten externen Backup) und man beim Bearbeiten nicht online geht. Diese Maßnahme ist effektiv, aber wenig benutzerfreundlich und führt zu sozialer Online-Isolation. Technisch machbar, aber deutlich aufwendiger, sind die Nutzung privater, netzgebundener Datenspeicher, so genannter NAS, virtueller, privater Netzwerke und das Internetsurfen über sicherere Kanäle.

Wer Facebook und Co. hingegen weiter nutzen will, muss sich einige Dinge gut überlegen. Vorrangig: Welche Dienste und Apps braucht man wirklich. Danach: Welche Angebote gehören zusammen und tauschen sich untereinander aus. Im Falle des Facebook-Universums wären dies nicht nur die eigentliche Facebook-App, sondern auch der Messenger, Instagram und auch WhatsApp. Auch wenn aktuell Facebook in aller Munde ist, sollte man natürlich auch immer einen Blick auf die anderen großen Player werfen, Amazon, Apple, Google und Microsoft. Ein wichtiger Punkt hierbei sind aber auch Angebote von Dritten, etwa Spiele oder Browser-Erweiterungen. Auch hier lauert die Gefahr eines ungewollten Datentransfers. Entweder ersetzt man diese Tools durch Alternative-Apps, die einen Schwerpunkt auf den Themen Sicherheit und Datenschutz legen, oder aber man nimmt sich die Zeit und kümmert sich um seine Privatsphären-Einstellungen.

Der Deal: Daten gegen Service

Die Daten, die Facebook sammelt, sind nicht immer vom "bösen" Algorithmus geschaffen, meist sind es das menschliche Mitteilungsbedürfnis und der Leichtsinn, die den Datenberg liefern. Alles, was man auf Facebook macht, hinterlässt eine Spur und sorgt so für ein immer umfassenderes Gesamtbild des gläsernen Menschen. Insgesamt lassen sich 98 zentrale Werte ausmachen, die Facebook nutzt, vom Alter über Arbeitgeber, Beziehungsstatus, Kinder, Schule, Auto, Einkommen und vieles andere mehr. Facebook weiß, wann man auf Urlaub war, wann man sich getrennt hat, wer wen, wie, warum und woher kennt.

Um den Umfang an auswertbaren Daten zu reduzieren, gilt zuallererst: Geben Sie selbst nicht zu viel von sich preis. Danach adaptieren Sie die Privatsphären-Einstellungen und im besten Fall sorgen Sie auch dafür, dass Freunde und Verwandte das Gleiche tun. Ein weiterer wichtiger Punkt: Melden Sie sich immer ab, wenn sie Facebook nicht nutzen. Bei jedem Beitrag, der geteilt oder veröffentlicht wird, sollte man genau nachschauen, ob man es öffentlich oder nur mit Freunden teilen will. Facebook sammelt die meisten Privatsphäre-Einstellungen im Hauptmenü unter dem Punkt "Einstellungen". Links im Menü finden sich dann die Punkte Sicherheit, Privatsphäre und Apps. Diese drei sollte man nun der Reihe nach durchgehen und alle Einstellungen den eigenen Präferenzen nach ändern. Auf der Privatsphäre-Seite findet sich der Punkt "Aktivitätsprotokoll verwenden". Hier sieht man, wann was gelikt wurde, welche Freundschaftsanfragen beantwortet wurden und wer in Beiträgen markiert hat. Im Unterpunkt "Chroniken und Markierungen" kann man einstellen, wer Inhalte zur Chronik hinzufügen darf, wer die Posts sehen darf. Auch das Profilbild selbst sowie sämtliche Likes können verborgen werden, will man dies nicht öffentlich teilen.

Es ist wichtig, die eigene Kontrolle über seine Chronik zu behalten. Die aktuelle Facebook-Affäre ist auch ein guter Zeitpunkt sich selbst bei der Nase zu nehmen und sich mit dem Thema Datenschutz besser auseinanderzusetzen.