Eine vollkommene Kontrolle über Inhalte verspricht das Netzwerk "Diaspora". Da es sich um ein dezentrales Netzwerk handelt, gibt es keine einheitliche URL, unter der die Benutzer erreichbar sind. Andere Nutzer findet man über die Suchfunktion, die pod-übergreifende Ergebnisse liefert. Es gibt bei Diaspora auch keine globalen Benutzernamen wie bei zentralen Webangeboten, sondern jeweils einen Benutzernamen, der aus einem @-Zeichen und der Pod-Adresse zusammengesetzt ist. Diaspora ist eine freie Software, die auch auf eigenen Servern installiert werden kann.

Mastodon statt Twitter

Wer auch auf Twitter verzichten möchte, dem sei eine dezentrale und offene Alternative namens "Mastodon" empfohlen.Die kostenlose Plattform will sich als dezentrale Alternative zu Twitter etablieren. Jeder Anwender kann seine eigene Mastodon-Instanz betreiben und Freunde einladen. Das Mastodon-Gegenstück zum "Tweet" nennt sich "Toot" und kann bis zu  500 Zeichen lang sein. Für die Einträge gibt es individuelle Privatsphäre-Einstellungen. 

Neben dem bereits erwähnten Pinterest, das den Austausch über verschiedene Hobbys, Interessen und Einkaufstipps mithilfe virtueller Pinnwände ermöglicht, sind Snapchat und Tumblr ebenfalls zu nennen. Snapchat unterscheidet sich von anderen sozialen Mediendiensten in seinem Aufbau. Neben der herkömmlichen Messaging-Funktion für die Kommunikation von einer Person zur anderen oder in Gruppenchats erhalten die Nutzer keine Profile, die mit Inhalten weiter ausgebaut werden. Sie erhalten stattdessen ihre eigenen einseitig ausgerichteten Channels, über die immer wieder neue Inhalte verbreitet werden können. Tumblr ist schon seit 2007 am Markt und erlebt gerade ein neues kleines Hoch. Durch das Abwandern von Facebook hin zu Snapchat und Co. haben auch die Business-Plattformen Xing und LinkedIn neuen Aufwind als "Zweitplattform" erlebt – natürlich eher im beruflichen Kontext, aber auch mit einem Nachrichtenstrom.

Um WhatsApp und dem Facebook Messenger zu entgehen, gibt es mit Signal, Telegram und Threema gleich drei Angebote, die sich dem Thema Sicherheit verschrieben haben. Diese bieten unterschiedliche Funktionsumfänge und können sich durchaus mit WhatsApp messen.
Damit der Umstieg in eine sicherere Welt ohne Online-Giganten im Hintergrund funktioniert, heißt es vor allem eines – Freunde mitnehmen und Freunde finden. Soziale Netzwerke funktionieren nun einmal nicht alleine und was nützt die Sicherheit, wenn man dann digital vereinsamt.