Hamburg/Menlo Park. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager fordert eine bessere Anpassung von Gesetzen und Verhaltensregeln der realen Welt an das Internetzeitalter. "Wenn da draußen jemand Bilder von Kindern verkaufen würde, würde er binnen 30 Sekunden verhaftet", sagte sie dem deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorabusmeldung vom Freitag. "Und jetzt ist es im Internet und es soll uns egal sein?"

Vestager forderte den US-Internetkonzern Facebook auf, den Datenskandal rund um die britische Firma Cambridge Analytica ernster zu nehmen. "Wenn es mein Geschäft wäre, das gekidnappt worden wäre, um Wahlen zu manipulieren, wäre ich am Boden zerstört", sagte sie dem "Spiegel" mit Bezug auf Konzernchef Mark Zuckerberg.

Facebook war im März wegen des Datenskandals in eine schwere Krise geraten. Die Daten von rund 87 Millionen Nutzern des Onlinenetzwerks waren bei der Firma Cambridge Analytica gelandet. Sie sollen 2016 unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein.