Falsch verbunden

William G. Kaelin vom Howard Hughes Medical Institute, beschäftigt sich in seinen Forschungsarbeiten mit Krebs. Auch hier spielt die Sauerstoffkonzentration in den Zellen eine große Rolle. In zwei parallel erschienenen Studien zeigten Kaelin und Ratcliffe, dass zwei sauerstoffabhängige Enzyme den eigentlichen Sensor für die Sauerstoffkonzentration in den Zellen darstellen.

Erster Preis des Reigens

Die Kontaktaufnahme mit den Laureaten verlief in diesem Jahr nicht ohne Schwierigkeiten, erzählte Thomas Perlmann von der Nobelstiftung des Karolinska-Instituts. William Kaelins Schwester übermittelte dem Komitee gleich zwei Telefonnummern. Der erste Versuch scheiterte allerdings an der falschen Person. Erst die zweite Nummer war schließlich die richtige. "Er war sehr froh, fast sprachlos", betonte Perlmann. Nach dem Telefonat bedankte sich der US-Forscher mit einem Selfie. Am wachsten sei, nicht nur zeitzonenbedingt, der Brite Ratcliffe gewesen. Er war bereits in seinem Büro eingelangt und schrieb an einem Antrag für ein EU-Forschungsprojekt.

Die Auszeichnung ist wie jedes Jahr mit umgerechnet 826.000 Euro dotiert. 2018 erhielten der US-Forscher James Allison und der japanische Wissenschafter Tasuku Honjo den Nobelpreis für Physiologie und Medizin in Anerkennung ihrer Entdeckungen über Immuncheckpoints, die zur modernen Immuntherapie gegen Krebserkrankungen führten.

Mit der Auszeichnung für Medizin startete der Nobelpreis-Reigen. Dienstag und Mittwoch werden die diesjährigen Träger des Physik- und Chemie-Nobelpreises bekannt gegeben. Am Donnerstag folgt die Nennung der Literatur-Nobelpreisträger. Heuer werden ausnahmsweise zwei Autoren ausgezeichnet, da der Preis 2018 nach einem Skandal im Jurygremium ausgesetzt worden war.

Am Freitag folgt der Friedensnobelpreis und am 14. Oktober die von der schwedischen Reichsbank gestiftete Auszeichnung für Wirtschaft. Die Vergabe findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt – dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.