Im Telefonat mit der Schwedischen Akademie sprach Peebles über seine Faszination für das Unbekannte, das diese Entwicklung bestimmt. "Es ist schon ironisch, dass wir klare Belege haben, dass das All aus einem sehr heißen Zustand expandierte, jedoch Dunkle Materie und Dunkle Energie nach wie vor rätselhaft sind."

Michel Mayor, geboren 1942 in Lausanne, ist Professor für Astronomie der Universität Genf. Didier Queloz, geboren 1966 in Genf, ist Professor der Universität Cambridge und der Universität Genf. Beide gaben im Oktober 1995 bekannt, den ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems (Exoplanet) entdeckt zu haben, "51 Pegasi b" ist ein 50 Lichtjahre entfernter Gasplanet, vergleichbar mit Jupiter, im Sternbuild des Pegasus. Jedoch benötigt er nur ein paar Tage, um seinen Stern zu umrunden. Auf dem Exoplaneten hat es mehr als 1000 Grad.

Seltsame neue Welten

"Wenn ein Planet an seinem Stern vorbeizieht, verändert er die Farbe des Sterns. Dieser wird etwas blauer, wenn der Planet auf uns zukommt, und etwas rötlicher, wenn er sich entfernt. Mit einer solchen indirekten Beobachtung wurde ,51 Pegasi b‘ entdeckt", erklärte Danielsson. Seither wurden mehr als 4000 Exoplaneten gefunden. "Wir hatten unrecht, als wir noch meinten, dass nur unser Sonnensystem Planeten enthält."

Unter den neu entdeckten Planeten befinden sich seltsame neue Welten in einer unglaublichen Fülle an Größen, Formen und Bahnen. Sie würden die Vorstellungen der Wissenschafter über Planetensysteme herausfordern und sie dazu zwingen, ihre Theorien über die physikalischen Prozesse hinter den Ursprüngen der Planeten zu überdenken, so das Nobel-Komitee.

Ob es Leben auf anderen Planeten gibt? "Es ist bemerkenswert: Wir können sicher sein, dass es unzählige Planeten gibt und gewiss einige davon sich für etwas eignen, das wir als Leben bezeichnen würden. Ob es in irgendeiner Weise Leben wie unseres wäre, ist eine Frage, die erst beantwortet werden muss", sagte Peebles. Unterdessen feierte Didier Queloz den Physik-Nobelpreis mit Champagner.

Die Auszeichnung ist wie jedes Jahr mit rund 830.000 Euro dotiert. Übergeben wird der Preis alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Vergangenes Jahr teilten sich der US-Forscher Arthur Ashkin, der französische Wissenschafter Gerard Mourou und die kanadische Forscherin Donna Strickland das Preisgeld. Sie wurden für ihre bahnbrechenden Entwicklungen im Bereich der Laserphysik ausgezeichnet.