Kaum ist die Berlinale zu Ende, winken auch schon die Oscars von Übersee. Die goldenen Statuetten, die die US-amerikanische Academy of Motion Picture Arts and Sciences alljährlich für die besten filmischen Leistungen des Vorjahres vergibt, sind die heiß begehrtesten Auszeichnungen der Branche. Und wenn sich die Lichtspiel-Granden, die sonst unsere Leinwände und Bildschirme fluten, schon zum schillernden Klassentreffen versammeln, ist es nur recht und billig, das Spektakel von heimischen Fernsehgeräten aus mitzuverfolgen. Das startet in Los Angeles um 17 Uhr Ortszeit, wird also in europäischen Breiten mitten in der Nacht live übertragen. ProSieben schaltet ab 23.55 Uhr zum roten Teppich, ab 2 Uhr Früh zur "Oscar-Verleihung" selbst. Davor bietet das restliche Fernsehprogramm allerdings genügend Auswahl.

Nicht nur im Free-TV, sondern auch auf Sky On Demand bereitet man sich gründlich auf die goldenen Homunkuli vor. Schon seit 15. Februar zeigt "Sky Cinema Awards" 57 Hit-Filme, die insgesamt 145 Oscars unter sich vereinen. Den Höhepunkt der On-Demand-Awards stellt das Fantasy-Drama "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers" am Sonntagabend dar (So., 20.15 Uhr, Sky). Es wurde im vergangenen Jahr als Bester Film mit Bester Regie, Bester Filmmusik und Bestem Produktionsdesign ausgezeichnet. Aber auch viele andere Gewinner des Vorjahres treten am Sonntag auf, wie etwa "Dunkirk" (15.40 Uhr, Sky), "Blade Runner 2049" (17.30 Uhr, Sky) und natürlich "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" (22.20 Uhr, Sky).

Doch welcher Film bringt besser in Oscar-Stimmung als "La La Land" (So., 20.15 Uhr, ProSie-ben)? Zum einen erhielt er bei der Verleihung 2017 von 14 Nominierungen stolze sechs Goldstatuen. Zum anderen thematisiert das Filmmusical selbst das La-La-Land der Hollywood-Traumfabrik: Mia (Emma Stone) ist eine aufstrebende Jungschauspielerin, die händeringend nach Engagements sucht. Sebastian (Ryan Gosling) schlägt sich als Bar-Pianist durch, träumt aber eigentlich von einem eigenen Jazzclub. Immer wieder begegnen die beiden einander, bis sie schließlich ein Paar werden. Doch berufliche Hochs und Tiefs, Kompromisse und Entbehrungen, die mit dem Künstlerberuf oftmals einhergehen, stellen sie vor eine harte Entscheidung: Karriere oder privates Glück?

Zwar war der Film "Manche mögen’s heiß" ("Some Like It Hot") (So., 20.15 Uhr, 3Sat) im Vergleich nur für sechs Oscars nominiert, von denen Orry-Kelly einen für das beste Kostümdesign in Schwarzweiß abstaubte. Aber die Komödie ging dennoch nachhaltig in die Filmgeschichte ein. Im Jahr 2000 wählte sie das American Film Institute etwa auf Platz eins der 100 besten amerikanischen Filmkomödien aller Zeiten. Der Film, der heute als Marilyn Monroes bekanntester gilt, spielt im Jahr 1929 zur Zeit der Prohibition. Bei einer Razzia in einem illegalen Nachtklub in Chicago können Kontrabassist Jerry (Jack Lemmon) und Saxofonist Joe (Tony Curtis) gerade noch rechtzeitig entkommen, sind aber freilich ihren Job in der Klubkapelle los. Die einzigen passenden Engagements, die ihr Agent für sie auftreiben kann, sind Musikerstellen in einer Frauenkapelle. Als die beiden auch noch Augenzeugen eines Mafia-Mords werden, streifen sie Perücken und Kleider über und reisen als Daphne und Josephine mit ihrer neuen Kapelle zu einem Konzert nach Florida. Prompt verlieben sich beide Hals über Kopf in die Sängerin und Ukulele-Spielerin Sugar (Marilyn Monroe) und das Verwechselspiel nimmt seinen Lauf.

Abseits ihrer Filmkarriere ist aber auch Marilyn Monroes Privatleben in die Geschichtsbücher eingegangen, wie etwa ihre Affäre mit US-Präsident John F. Kennedy. Doch damit ist sie längst nicht der einzige Hollywood-Star, der mit der Politik liebäugelt. Die ZDF-History-Folge "Die Traumfabrik und die Macht - Hollywood und die Politik" (So., 23.50 Uhr, ZDF) geht bis in die 40er Jahre zurück und betrachtet den Werdegang jener, die zum Sprung vom Film zur Politbühne ansetzten. Manchen gelang es unbestreitbar, wie etwa Arnold Schwarzenegger oder Ronald Reagan. Andere strauchelten und verloren zugleich durch ihre politischen Ambitionen ihren festen Stand in Hollywood. Denn so schillernd der Olymp der Unterhaltungsindustrie auch sein mag, so rutschig ist er doch.