Los Angeles.

(az) In knapp einem Monat "The magic of the movies" zu genießen, lud Academy President Tom Sherak am Dienstag ein, als er die Nominierungen für die Oscar-Verleihung am 26. Februar verlas.
Magie entscheidet in der Regel wenig über Sieg und Niederlage im von Industrie und Marketing bestimmten Oscarrennen, und doch dürften sich die rund 6000 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences dieses Jahr ein wenig vom Zauber alter Tage anstecken haben lassen: Mit glorreichen zehn Nominierungen schickten sie den in Schwarz-Weiß gedrehten Stummfilm "The Artist" von Michel Hazanavicius in den Trophäen-Kampf. Sein größter Gegner: der elf Mal nominierte "Hugo Cabret" von Martin Scorsese. Beide Filme beschäftigen sich mit den Anfängen des Kinos, einer raffiniert, einer riesig budgetiert.

Groß war die Überraschung bei den Nominierungen der besten Hauptdarsteller: Hier könnte Gary Oldman ("Tinker, Taylor, Soldier. Spy") den Underdog-Sieg holen und Favorit George Clooney ("The Descendants") schlagen, der 2006 schon den Oscar gewann. Unter den als beste Hauptdarstellerin Nominierten gilt Meryl Streep für "The Iron Lady" als absolute Favoritin. Möglicher Überraschungssieg hier: Glenn Close für ihre Rolle als Mann in "Albert Nobbs".

In der "Königskategorie" bester Film messen einander dieses Jahr neun Filme, darunter "The Artist", "Hugo", Alexander Paynes bittersüßes Familiendrama "The Descendants", Terrence Malicks bildgewaltige Leidens-Symphonie "The Tree of Life" und Steven Spielbergs schmalziges "War Horse" über die Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Pferd.

Als bester nicht englischsprachiger Film gehen unter anderem Beiträge aus Polen, Israel und Belgien ins Rennen – das wahre Duell findet hier aber zwischen Asghar Farhadis "Nader und Simin – Eine Trennung" und dem Schuldrama "Monsieur Lazhar" des Kanadiers Philippe Falardeau statt.
Für beste Regie ist zudem Woody Allen für "Midnight in Paris" nominiert. Er wird sich aber den übermächtigen Kollegen Malick oder Scorsese geschlagen geben müssen. Obwohl sein Liebesfilm im Paris der 20er ebenfalls – ganz magisch – in eine vergangene Epoche führt

Die wichtigsten Kategorien im Überblick

Bester Film
"The Artist"
"The Descendants"
"Extremely loud & incredibly close"
"The Help"
"Hugo"
"Midnight in Paris"
"Moneyball"
"The Tree of Life"
"War Horse"