Los Angeles/Wien. Die ersten politischen Glückwünsche in den frühen Morgenstunden kamen Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann: "Ich gratuliere den beiden für ihre Leistungen, die ihnen verdienterweise die begehrten Filmpreise eingebracht haben. Ich wünsche Christoph Waltz und Michael Haneke, dass sie auch bei ihren kommenden Projekten und Rollen mit so viel Freude und Kraft an der Arbeit sein können, wie sie es offenkundig bei den nun prämierten Filmen waren."

Bundespräsident gratuliert

Als "außergewöhnlichen Erfolg für den österreichischen Film" würdigte Bundespräsident Heinz Fischer die Oscar-Auszeichnungen. Es sei ein Beweis dafür, dass Österreich in den letzten Jahren zu einem weltweit anerkannten Film-Land geworden ist, so der Bundespräsident in einer Aussendung weiter.

"Haneke hat den Olymp erreicht": Der Oscar stelle nun die Krönung für Hanekes langjähriges Filmschaffen dar, erklärte der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ). Gleichzeitig beglückwünschte er auch den "Ausnahmeschauspieler" Waltz zu seiner Leistung. Über die Honorierung der "wirklich herausragenden Leistungen" von Waltz und Haneke freute sich auch ÖVP-Kultursprecherin Silvia Fuhrmann.

Freude in Los Angeles

Auch in der Österreichischen Residenz in Los Angeles brach Euphorie aus. Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) sah allein die insgesamt sechs Nominierungen für "Amour" und Christoph Waltz als eine "herausragende Leistung unter den Weltbesten" und als "Beweis, dass Qualität sich durchsetzt". Und für den Direktor des Österreichischen Filminstituts (ÖFI), Roland Teichmann, sind die Auszeichnungen "ein Wahnsinn".

Am Rande der Oscar-Party der Generalkonsulin Karin Proidl betonte Schmied gegenüber der APA, dass sie froh sei, in Los Angeles zu sein. "Das hier vor Ort zu erleben, diese Stimmung, das ist schon etwas ganz Besonderes. Zwei Oscars, wenn Sie es mich patriotisch formulieren lassen, für Österreich - das tut unserem kleinen Land gut. Das ist sehr wichtig für das Selbstvertrauen."

Teichmann wiederum hielt die Hoffnungen auf weitere Oscars für Haneke durchaus für berechtigt: "Aber man muss auch am Boden bleiben. Den Auslandsoscar zu gewinnen, das ist einfach großartig und beileibe nicht selbstverständlich." Die Diskussionen über die nationale Zugehörigkeit von "Amour" sind für ihn dagegen nicht zielführend. "Es haben alle das gegeben, was geht, insofern ist es im besten Sinn ein europäischer Film von einem österreichischen Regisseur und Autor."