Berlin/Hollywood. Die Filmregisseurin Ava DuVernay (42) übt harte Kritik an Hollywoods Filmindustrie. "Heterosexuelle weiße Männer haben seit jeher die Fäden in der Hand, sie halten sich für das Zentrum des Universums", sagte sie der "Berliner Zeitung". "Die Hürden, die man dort als Frau überwinden muss, sind enorm. Und als schwarze Frau sind sie sogar noch größer."

DuVernays Historienepos "Selma", ein Porträt des  Bürgerrechtlers Martin Luther King, ist für einen Oscar als bester Film nominiert. "Mit einer eigenen Nominierung hatte ich nie gerechnet", sagte sie. "Es wurde in 87 Jahren noch nie eine schwarze Regisseurin bedacht." Hollywood sei "eine in sich geschlossene Welt", das System sei "in sich kaputt". Um Veränderungen zu erreichen, müssten die Entscheider mehr Empathie dafür entwickeln, dass es andere Meinungen und Perspektiven gibt. "Oder die Zusammensetzung derer, die diese Macht haben, muss sich ändern."