Hollywood. Die Fantasyromanze "Shape of Water" des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro ist bei den 90. Oscars zum besten Film gekürt worden. Das mit 13 Nominierungen als Topfavorit ins Rennen gegangene Werk konnte damit in vier Sparten eine Nennung in einen Preis ummünzen. Zuvor hatte der Film auch in der Regiesparte, beim Produktionsdesign und der Filmmusik die Konkurrenz hinter sich gelassen.

Und auch in der Königskategorie der Oscars triumphierte nun das Werk, in dem sich Sally Hawkins in der Rolle einer stummen Putzfrau in einer Hochsicherheitseinrichtung in ein geheimnisvolles Wasserwesen verliebt. "Ich bin wirklich, wirklich stolz", freute sich Del Toro in seiner Dankesrede. Unbedacht blieben hier hingegen Christopher Nolans achtfach nominiertes Kriegsdrama "Dunkirk", das Rachedrama "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" oder das Churchill-Biopic "Die dunkelste Stunde".

Gary Oldman ist als Churchill bester Hauptdarsteller

 Es war ein Favoritensieg: Der Engländer Gary Oldman (59) setzte sich bei der 90. Oscar-Verleihung in der Hauptdarstellerkategorie durch. Für "Die dunkelste Stunde" hatte er sich in den britischen Premierminister Winston Churchill verwandelt. In Joe Wrights Historiendrama überzeugte er mit einer wortgewandten und eindringlichen Performance, die schon bei den Golden Globes ausgezeichnet wurde.

Oldman setzte sich gegen Timothee Chalamet, Daniel Day-Lewis, Daniel Kaluuya und Denzel Washington durch, entbot Winston Churchill in seiner Dankesrede seinen Gruß und bedankte sich neben u.a. bei seiner 98-jährigen Mutter. Er habe die längste Zeit seines Lebens in den USA verbracht und sei dem Land dankbar, was es ihm alles gegeben habe: "Mein Zuhause, mein Leben, meine Familie und nun einen Oscar."

Frances McDormand holt Oscar als kämpferische Mutter

Frances McDormand (60) hat heute ihren zweiten Oscar geholt. Für "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" gewann sie die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin. In dem Film von Martin McDonagh spielt sie eine desillusionierte, zu allem bereite Mutter einer ermordeten Tochter, die einen persönlichen Rachefeldzug gegen die aus ihrer Sicht untätige Polizei startet.

Sie setzte sich wie letztlich prognostiziert gegen Sally Hawkins, Margot Robbie, Saoirse Ronan und Meryl Streep durch und lieferte eine kämpferische Rede, bei der sie zum weiteren Kampf um Gleichberechtigung aufrief.

Beste Regie an Guillermo del Toro

Ebenfalls keine Überraschung: Guillermo del Toro wurde zum besten Regisseur gekürt worden. Der 53-jährige Mexikaner holte die Auszeichnung mit seiner Fantasyromanze "Shape of Water".

Del Toro setzt mit seinem Triumph den Erfolgslauf mexikanischer Regisseure bei der Oscar-Verleihung in den vergangenen Jahren fort. Schließlich hatten von 2014 bis 2016 mit Alfonso Cuaron ("Gravity") und Alejandro Gonzalez Inarritu ("Birdman" und "The Revenant") Filmemacher aus dem mittelamerikanischen Land drei Jahre in Folge den Oscar für die beste Regie für sich reklamieren können.

Heuer setzte sich der Horrorfilmfan Del Toro gegen Christopher Nolan ("Dunkirk"), Jordan Peele ("Get Out"), Paul Thomas Anderson ("Phantom Thread") und auch die zuletzt als Geheimfavoritin gehandelte Greta Gerwig ("Lady Bird") durch.

Erster Oscar mit 89 Jahren 

Bei den Nebendarstellerinnen war Allison Janney (58) siegreich. In dem auf der Lebensgeschichte der Eiskunstläuferin Tonya Harding basierenden Film "I, Tonya" spielt sie eine ehrgeizige Eislaufmutter, ihre als Hauptdarstellerin nominierte Filmtochter Margot Robbie ging dagegen leer aus.