Zumindest bei der restlichen Oscar-Preisverleihung ging diese Klausel gar nicht auf. Greta Gerwig, nominiert als Drehbuch-Autorin und Regisseurin von "Lady Bird", ging völlig leer aus, auch die erste Frau, die im Bereich beste Kamera nominiert war (Rachel Morrison für "Mudbound") blieb ohne Preis. Den erhielt Altmeister Roger Deakins für seine Fotografie von "Blade Runner 2049". Für Jordan Peele gab es nicht den Regie-Oscar für "Get Out", sondern jenen für das beste Original-Drehbuch - er ist jetzt der erste Schwarze, der diesen Preis je erhielt. Beim besten fremdsprachigen Film machte das chilenische Transgender-Drama "A Fantastic Woman" das Rennen und setzte sich gegen Konkurrenten wie "The Square" aus Schweden oder "The Insult" aus dem Libanon durch. Sehr gerührt war der 89-jährige James Ivory, der seinen ersten Oscar für das Script zu "Call Me By Your Name" erhielt.

Die beste Musik kam von Alexandre Desplat für den Score von "The Shape of Water", als bester Animationsfilm gewann "Coco". Am Ende vertauschte diesmal niemand das Siegerkuvert (im Vorjahr hatten Faye Dunaway und Warren Beatty irrtümlich zunächst "La La Land" statt "Moonlight" gekürt). Diesmal meinte Dunaway: "Beim zweiten Mal ist alles besser". Und reibungsloser. Genau da wollte diese Oscar-Gala hin: Nur niemandem wehtun, dann ist alles gut. So geht Happy End.