Freilich dürfen auch die feierlichen Momente bei einer solchen Verleihung nicht fehlen, wenngleich man das Gefühl hatte, dass die Regie immer mehr durch den Abend hetzte, um ja nicht die Sendezeit zu überziehen. Auch die Zuspieler und die Vorstellung der acht Nominierten in der Kategorie "Bester Film" waren ungewöhnlich kurz gehalten, ja geradezu hektisch. Da ließ die Show stellenweise lieblos wirken - das Kino in all seiner Vielgestalt zu feiern, sieht jedenfalls anders aus.

Rührend: Lady Gaga

Immerhin sorgten Lady Gaga und Bradley Cooper mit ihrem Hit "Shallow" aus "A Star Is Born" für einigermaßen Rührung. Die leidenschaftlich vorgetragene Ballade erhielt kurze Zeit später den Oscar für den besten Song, der an Lady Gaga ging. "Das, was wir hier machen, ist harte Arbeit", sagte sie in ihrer Dankesrede und kämpfte mit den Tränen. "Alle können etwas erreichen, solange sie nur an sich glauben." Spätestens hier hat Hollywood kurz zu dem zurückgefunden, was es immer war: Realität für wenige, ein Traum für viele.