Wunsch nach einer Auszeit von der Pflege

Bei den Wünschen der pflegenden Angehörigen zur Verbesserung ihrer Situation stehen finanzielle Aspekte im Vordergrund. Das betrifft vor allem die Valorisierung des Pflegegeldes, zu der es mit Anfang Jänner gekommen ist. Es geht pflegenden Angehörigen aber auch um eine bessere Unterstützung bei der Bewältigung des Pflegealltags sowie um die Möglichkeit, sich eine Auszeit von der Pflege nehmen zu können. Im Unterschied dazu wünschen sich Angehörige von Pflegegeldbeziehern, die in Wohnheimen betreut werden, am meisten eine Aufstockung des Pflegepersonals.

Allerdings ist die Personalsituation bereits jetzt sehr angespannt. Das zeigt sich auch in einem weiteren Punkt. Neu ist, dass seit Beginn des Jahres 2020 auch nicht-diplomiertes Pflegepersonal unter die insgesamt 56 Berufe für die neue Mangelliste von Fachkräften eingereiht wurde. Vor allem auf Druck der Bundesländer können damit auch Pflegeassistenten und Pflegefachassistenten aus Drittstaaten außerhalb der EU als Pflegekräfte nach Österreich geholt werden.

Erst Ende November ist eine neue Studie im Auftrag des Sozialministeriums über den deutlich wachsenden Bedarf an Pflegepersonal vorgelegt worden. Demnach wird bis zum Jahr 2030 mit einem Bedarf an zusätzlich etwa 75.000 Pflegekräften gerechnet, davon sind knapp 42.000 diplomierte Pflegekräfte, rund 25.000 Pflegeassistenten und rund 8700 Heimhilfen.

Der Pflegevorsorgebericht führt an, dass Ende 2017 insgesamt rund 130.000 Beschäftigte mit Pflege- und Betreuungsaufgaben befasst waren - in Krankenhäusern oder auch in Pflegeheimen. Rund 18.300 Mitarbeiter waren bei mobilen Diensten in der Pflege im Einsatz.

Ein Drittel bezieht Pflegegeld länger als sieben Jahre

Ausgewertet wurde in der Untersuchung auch die Dauer des Bezugs von Pflegegeld, das österreichweit an gut 450.000 Menschen in sieben Stufen ausbezahlt wird. Ein Drittel (33 Prozent) bezog demnach Pflegegeld immerhin schon seit mehr als sieben Jahren. Bei 39 Prozent lag die Dauer des Bezugs von Pflegegeld zwischen drei und sechs Jahren. 28 Prozent haben schließlich Pflegegeld zunächst für maximal zwei Jahre bezogen.

Bei 61 Prozent der Befragten hat sich die Pflegebedürftigkeit nach und nach entwickelt. In 39 Prozent der Fälle wurde die Notwendigkeit, gepflegt zu werden, hingegen plötzlich akut.