Zu den finanziellen Dimensionen: Generell kann das jährliche AUVA-Budget in etwa gedrittelt werden. Ein Drittel wird ungefähr für Unfallrenten aufgewendet, ein weiteres Drittel für die Behandlung von Arbeitsunfällen und ein Drittel für Rehabilitation und Prävention. Das macht über den Daumen gepeilt für jedes Drittel rund 500 Millionen Euro. Selbst wenn die Zahl der Arbeitsunfälle bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode 2024 weiter gedrückt werden sollte, werden diese keinesfalls auf null zurückgeschraubt werden können. Unabhängig vom derzeit bestehenden Millionen-Loch in der AUVA-Gebarung bliebe, wie auch Experten vorrechnen, somit bestenfalls ein Teil der 500 Millionen Euro, die derzeit für Arbeitsunfälle aufgewendet werden, für die Pflege. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für die Pflege stark.

Es müsste erst definiert werden, wann Versicherungsfall eintritt

Selbst die Einrichtung einer Pflegeversicherung als fünfte Säule der Sozialversicherung neben Kranken-, Pensions-, Unfallfall- und Arbeitslosenversicherung geht nicht so einfach über die Bühne. Damit, wie von der Volkspartei in Aussicht gestellt wurde, eine Absicherung und Ansprüche der Menschen, die von Pflegebedürftigkeit betroffen sind, gewährleistet werden, muss definiert werden, wann derartige Versicherungsfälle und damit Ansprüche fällig werden. Ähnlich wie beispielsweise bei der Krankenversicherung, wo festgelegt ist, wann im Falle einer Erkrankung Krankengeld zu zahlen ist.

Bleibt also noch jede Menge Arbeit für Sozialminister Anschober und letztlich die türkis-grüne Regierungsspitze. Denn diese muss den endgültigen Sanktus zu einer Pflegereform samt neuem Finanzierungsmodell geben.