Die Entlohnung richtet sich nach der Pflegestufe. 1700 Euro netto gibt es bei einer 40-Stunden-Anstellung ab Pflegestufe fünf. In diese Kategorie fallen derzeit etwa 22 pflegende Angehörige (Stand Jänner). Bei Pflegestufe vier (34 Personen) reduziert sich die Anstellung auf 30 Stunden, bei Pflegestufe drei (29 Personen) auf 20 Stunden. Bezahlt wird auf Mindestlohnniveau, etwa 10 Euro in der Stunde. Die pflegenden Angehörigen haben dazu Anspruch auf Urlaub (eine Ersatzbetreuung soll bereitgestellt werden) und ein 13. sowie 14. Gehalt. Die pflegebedürftige Person muss einen Teil ihres Pflegegeldes für die Betreuung ans Land zahlen.

Das Pflegemodell soll wenn möglich auch nachhaltiger sein. Mit einer weiterführenden kostenlosen Heimhilfeausbildung will man auch langfristig Personal für den Pflegebereich gewinnen, sagt SPÖ-Soziallandesrat Christian Illedits.

In anderen Bundesländern wird genau verfolgt, wie sich das Modell im Burgenland mit der Anstellung von Angehörigen, die Menschen ab Pflegestufe 5 pflegen, entwickelt. "Es ist ein interessanter Ansatz", meint Oberösterreichs Soziallanderätin Birgit Gerstorfer im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Die SPÖ-Politikerin versichert, man werde sich "sehr genau anschauen", welche Erfahrungen es im Burgenland damit gibt.

Allerdings geht es in Oberösterreich um eine ungleich größere Zahl an Beziehern von pflegebedürftigen Menschen. Allein die Gesamtzahl der Pflegegeldbezieher ist im Land ob der Enns mit rund 70.000 um ein x-Faches größer als im Burgenland. Gleiches gilt für den Personenkreis, der Pflegegeld in den drei höchsten Stufen 5, 6 und 7 erhält. In Oberösterreich sind dies 13.086 Personen. Deswegen gibt die Soziallandesrätin zu bedenken, dass die Umsetzung des burgenländischen Modells das Land wohl "finanziell maßgeblich überfordern" würde. Aber man könne anschauen, mit welchen veränderten Regelungen die Lösung eventuell übertragbar wäre.

Gerstorfer betont außerdem, dass einige Fragen bei der Anstellung von pflegenden Angehörigen durch das Land erst geklärt werden müssten. Dazu zählt die Frage der Arbeitszeit, die herangezogen wird. Darüber hinaus gelte es auch, arbeitsrechtliche Fragen zu klären.

Genau darauf wird auch von Wiens Gesundheits- und Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hingewiesen. Die Stadt Wien habe schon vor einiger Zeit ein Modell geprüft, letztlich aber vorerst davon Abstand genommen. Allerdings wird in Wien auch hervorgehoben, dass das Burgenland sein Modell inzwischen weiterentwickelt habe. Dennoch müssten vor allem arbeitsrechtliche Fragen erst geklärt und entschieden werden. Auch in Wien wird aber mit Interesse verfolgt, welche Erfahrungen das Burgenland mit seinem Modell macht. Die Lösung, dass Angehörige angestellt werden, wird vom SPÖ-Stadtrat in der Bundeshauptstadt zumindest als "Option" bezeichnet.

Andere Voraussetzungen
in der Hauptstadt

Allerdings kommen in Wien auch andere Voraussetzungen in einer Großstadt als im ländlich geprägten Burgenland bei der Pflege zum Tragen. Die Möglichkeiten mobiler Dienste zur Betreuung und Pflege hilfsbedürftiger Menschen in den eigenen vier Wänden sind in Wien besser, weil diese Dienste nicht nur mehr vorhanden sind, sondern in Wien im Regelfall kürzere Wegzeiten zu den Pflegebedürftigen Menschen haben.