Der nächste Schritt der Lockerungen der Corona-Beschränkungen erfolgt jetzt in den Seniorenheimen. Unter Einhaltung grundsätzlicher Schutzmaßnahmen kann nun eine Rückkehr zu den regulären Besuchszeiten erfolgen, die Heimleitungen können dafür die genauen Regeln festlegen. Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) sprach bei einer Pressekonferenz von "großen Schritten in Richtung Normalisierung" auch für Bewohner in Pflege- und Altenheimen.

Diese schrittweise Normalisierung umfasst sowohl die Besuchszeiten selbst als auch die Häufigkeit der Besuche von Angehörigen und Bekannten in Pflege- und Seniorenheimen. Seit knapp vor dem Muttertag im Mai gibt es zwar eine Lockerung, allerdings bisher noch mit Einschränkungen für Besuche. Neu ist jetzt vor allem auch, dass künftig Kinder ebenfalls ihre Großeltern oder andere Verwandte in Heimen wieder besuchen dürfen.

Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen machen ein Drittel der insgesamt in Österreich an Covid-19 Verstobenen aus.

Grundsätzliche Schutzmaßnahmen aufrecht

"Es wird auf den Schutz nicht vergessen", betonte der Gesundheitsminister. Bei der nunmehr geltenden Regelung handelt es sich um Empfehlungen seines Ressorts. Die jeweiligen Heimleitungen können damit nach individueller Risikoabschätzung die Details festlegen. Dadurch kann beispielsweise auf eine Gefährdung nach regionalen Zahlen für Corona-Infektionen eingegangen werden. Zu den grundsätzlichen Schutzmaßnnahmen zählen bei Besuchen in Pflege- und Pensionistenheimen die Einhaltung des Ein-Meter-Abstandes, Händeschütteln soll nicht stattfinden, Gleiches gilt für Umarmungen.

Anschober begründete die Lockerungen damit, dass seit der Möglichkeit von eingeschränkten Besuchen von Angehörigen in Pflege- und Seniorenheimen Anfang Mai keine Verschlechterung erfolgt ist. "Es hat sich nicht negativ ausgewirkt", erklärte der Minister. Die Lockerungen seien nach Diskussionen mit den Bundesländern und Heimträgern erfolgt.

Mehr als 500.000 Tests in Österreich

Insgesamt sind inzwischen rund 26.0000 Heimbewohner einem Corona-Test unterzogen worden, dazu kamen Tests von 27.000 Heimmitarbeitern. Dabei seien knapp 850 Heimbewohner und knapp 400 Mitarbeiter bisher positiv getestet worden. Österreichweit wurde am Montag die 500.000er-Marke bei den Corona-Tests überschritten. Damit sei Österreich eines jener Länder, in denen am meisten getestet werde.