Pflege

Unfall, Krankheit oder einfach das hohe Alter: Wenn ein Mensch plötzlich zum Pflegefall wird, kommen Angehörige in eine schwierige Situation. In einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden, kommt der Pflege eine zentrale Bedeutung zu. 1,4 Millionen Menschen in Österreich sind von dem Thema Pflege und Betreuung betroffen.

Immer mehr Menschen werden zum Pflegefall. Seit der Einführung des Pflegegeldes 1993 hat sich die Zahl der Bezieher von 230.000 auf 460.000 verdoppelt. In Zukunft wird die Zahl vermutlich noch weiter steigen. Menschen, die 85 Jahre oder älter sind, haben einen vermehrten Pflegebedarf. Laut Prognosen wird ihre Zahl um knapp 45 Prozent auf 327.000 Personen ansteigen.

Pflege ist mit hohen Kosten verbunden. Seit 1997 hat sich der finanzielle Aufwand auf rund 2,6 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.



Das ist die eine Seite der Pflege. Auf der anderen Seite sind die Pflegenden. Und auch hier zeigt sich eine gewisse Problematik. Rund 950.000 Österreicher pflegen Angehörige. Ohne sie würde das System zusammenbrechen. Doch ein großer Teil von ihnen ist auch bereits älter – im Schnitt 63 Jahre, wie aus dem Pflegevorsorgebericht 2018 hervorgeht. Der Großteil von ihnen – 73 Prozent – sind Frauen. Mehr als 175.000 Menschen werden ausschließlich von Angehörigen gepflegt. Daneben arbeiten 127.000 Pflege- und Betreuungspersonen in Krankenhäuser, mobilen und stationären Diensten.

In Zukunft wird der Bedarf an Pflegepersonal wachsen. Denn von den 127.000 sind mehr als 85 Prozent weiblich und rund ein Drittel ist über 50 Jahre alt. Das bedeutet, dass in den kommenden zehn Jahren über 41.000 Personen aufgrund von bevorstehenden Pensionierungen ersetzt werden müssen. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden zusätzlich 34.000 Pflegekräfte benötigt, so eine Bedarfsprognose des Sozialministeriums aus dem November 2019.

In diesem Thema finden Sie Hintergründe, Analysen und Kommentare zum Thema Pflege.

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