Justitia Awards 2020. Nach der Auszeichnung als Juristin des Jahres und der Nominierung bei den deutschen Digital Female Leader Awards wurde Carmen Thornton nun mit dem Justitia Award 2020 in der Kategorie Game Changer/ Young Pioneers (National) geehrt. "Wir alle können Game Changer sein", sagte die Wiener Familienrechtsexpertin in ihrem Videostatement bei der Online-Preisverleihung im Vormonat. "Denn es ist unser Spiel - genauso wie das der Männer." Thornton bezog sich damit vor allem auf die niedrige Frauenquote unter den Österreichischen AnwältInnen. Während sowohl im Studium wie auch in anderen Juristischen Berufen Frauen zum Teil die Mehrheit stellen, sind es in der Anwaltei nur rund 20 Prozent. Jungen Frauen werde nach wie vor erzählt, der Anwaltsberuf sei nicht kompatibel mit Familie. "Das ist falsch", sagte dazu die Mutter von zwei Kindern: Als selbständige Rechtsanwältin könne sie ihre Arbeitszeit freier gestalten als in einer Anstellung und so im Leben ihrer Kinder präsent sein. Der Justitia Award wird in der Kategorie "Game Changer" sowie in den Kategorien "Lifetime Achievement" und "Academia" vergeben, dies jeweils national und international. Thornton wurde als "Game Changer" national ausgezeichnet. In den Kategorien "Lifetime Achievement" und "Academia" konnten sich national die ehemalige Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und die Universitätsprofessorin Ilse Reiter Zatloukal durchsetzen.

Neuerscheinung Strafrecht. "Schon Husten kann mit Gefängnis bedroht sein." "Kurzer Prozess für Video-Verhandlungen in Strafsachen." Und: "Ibiza, das war ziviler Ungehorsam." Das sind nur einige der Kapitel, oder besser gesagt der kriminalpolitischen Glossen, die Richard Soyer und Alexia Stuefer in ihrem soeben erschienenen Buch "Der Kampf um das Strafrecht" veröffentlicht haben. Es ist eine Sammlung von Kurzbeiträgen, die Soyer, Rechtsanwalt in Wien und Universitätsprofessor für Strafrecht an der Johannes Kepler Universität Linz, und Stuefer, Rechtsanwältin in Wien und externe Lehrbeauftragte an der Universität Wien, für Fachjournale und Tageszeitungen, darunter auch die "Wiener Zeitung", verfasst haben. Die Autoren zeigen "Aufrüstungstendenzen", wie sie sie bezeichnen, auf und lassen in jedem ihrer Texte die tiefe Befürchtung mitschwingen, dass das Strafrecht zunehmend seine liberale Prägung und zivilisatorische Kraft verliert - wenn es zum Spielball der Politik wird. Dabei geht es zum Beispiel um tiefgreifende Eingriffe in fundamentale Grundrechte. 2015 ist der Vorläuferband "Dem Strafrecht verschrieben" erschienen, das aktuelle Werk schreibt diese Geschichte nun fort (Verlag Österreich, ISBN: 978-3-7046-8620-6, 135 Seiten, 25 Euro).

DLA Piper. Die globale Anwaltskanzlei DLA Piper wurde vor kurzem in London von Law.com International als "Law Firm of the Year" ausgezeichnet. Dieser von Legal Week in Zusammenarbeit mit der City of London Law Society verliehene Award würdigt herausragende Leistungen von Anwaltskanzleien, Anwaltsteams und Einzelpersonen. Bewertet wurde ein breites Spektrum an Faktoren, darunter wirtschaftlicher Erfolg, Wachstum, Mandate, Innovation und Fortschritt in den Bereichen Diversity, Transparenz und Pro Bono-Arbeit. Laut Law.com stach DLA Piper deutlich heraus, wobei vor allem die Bereiche Innovation, Pro-Bono, Diversity sowie Top-Level Partner Hires hervorgehoben wurden.