Die geplante Änderung sieht einen neuen Begriff vor, nämlich den des Zwischenhändlers; das ist jener Lieferer innerhalb der Reihe, der die Gegenstände selbst oder auf seine Rechnung durch einen Dritten versendet oder befördert.

Die bewegte Lieferung soll grundsätzlich der Lieferung an den Zwischenhändler zugerechnet werden. Das bedeutet, dass derjenige Unternehmer, der an den Zwischenhändler verkauft, die steuerbefreite innergemeinschaftliche Lieferung tätigt. In dem Fall, dass der Zwischenhändler gegenüber seinem Lieferer mit einer UID-Nummer des Mitgliedsstaates, aus dem die Gegenstände versandt oder befördert werden, auftritt, wird die bewegte Lieferung und damit die steuerbefreite innergemeinschaftliche Lieferung dem Zwischenhändler zugerechnet.

Da die Neuregelung von der bisherigen österreichischen Praxis abweicht, sollten Unternehmen, die in Reihengeschäfte involviert sind, rechtzeitig den Anpassungsbedarf bei der Fakturierung und ihren internen Abläufen überprüfen.

Harmonisierung der Regeln zum Nachweis der innergemeinschaftlichen Beförderung:

Laut Entwurf sind künftig folgende Nachweise des Transports in einen anderen Mitgliedsstaat und damit für die Steuerfreiheit der innergemeinschaftlichen Lieferung erforderlich: Verbringungserklärung des Lieferers oder Verbringungsbestätigung des Abnehmers (je nach Transportverantwortlichkeit) und zusätzlich zwei einander nicht widersprechende Nachweise. Diese Nachweise können sein: Unterzeichneter CMR-Frachtbrief, Konnossement, Luftfracht-Rechnung und Rechnung des Beförderers der Gegenstände.

Alternativ kann einer der Nachweise durch eines der folgenden Dokumente erfolgen: Versicherungspolizze für den Transport, Bankunterlagen über die Bezahlung des Transports, offizielle Unterlagen über die Ankunft der Gegenstände im Bestimmungsmitgliedstaat, die von einer öffentlichen Stelle (zum Beispiel Notar) ausgestellt sind, und Quittung über die Lagerung der Gegenstände in dem Mitgliedstaat.

In Österreich führt diese Regelung zu einer Verschärfung der Nachweisführung und damit zu einem Verwaltungsmehraufwand.

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