Egal ob eSport Summit, GameCity, pLANet One oder Vienna Challenger Arena - im Herbst ging es rund in Sachen eSports in Österreich. Der weltweite Rummel hat auch die heimische Community in Aufbruchstimmung versetzt. An der Frage der Gemeinnützigkeit könnten jedoch viele Vereine schon vorab scheitern. Ist eSports ein Sport? Diese Frage entscheidet über Steuerprivilegien und Existenzen.

International haben Pro-Gamer (jemand, der ein Computer- beziehungsweise Konsolenspiel gut beherrscht, Anm.) bereits Starstatus, und auch die Preisgelder bei eSports-Turnieren sind mittlerweile beachtlich: Beim Dota-2-Turnier "The International" liegen diese bei insgesamt 25 Millionen US-Dollar. Dieser Hype weckt auch in Österreich Begehrlichkeiten, unter anderem vom Finanzamt, das die Gemeinnützigkeit von eSports-Vereinen - und damit verbundene Steuerbegünstigungen - in Frage stellt. Die Meinungsverschiedenheit mit dem Finanzamt hat jedoch existenzielle Bedeutung für die in Österreich noch junge eSports-Szene.

Bernhard Campara-Kopeinig ist Rechtsanwalt und Experte für eSports bei PHH Rechtsanwälte. - © privat
Bernhard Campara-Kopeinig ist Rechtsanwalt und Experte für eSports bei PHH Rechtsanwälte. - © privat

Die österreichische eSports-Community hat sich, ähnlich wie in anderen Sportarten, über Vereine und den eSport Verband Österreich (ESVÖ) organisiert. Die eSports-Vereine haben sich als gemeinnützig angesehen und dadurch bestimmte Steuerprivilegien genossen. Das Finanzamt steht der Gemeinnützigkeit von eSports-Vereinen jedoch kritisch gegenüber.

Argumente für Gemeinnützigkeit

Wenn man sich die Rechtsprechung zur Gemeinnützigkeit näher ansieht, entdeckt man erhebliche Argumente für die Position der eSports-Vereine: Gemeinnützig sind gemäß Bundesabgabenordnung (BAO) solche (Vereins-) Zwecke, durch deren Erfüllung die Allgemeinheit gefördert wird. Eine Förderung der Allgemeinheit liegt nur vor, wenn die Tätigkeit dem Gemeinwohl auf geistigem, kulturellem, sittlichem oder materiellem Gebiet nützt. Dies gilt unter anderem für die Förderung der Kunst und Wissenschaft, der Kinder-, Jugend- und Familienfürsorge, der Fürsorge für alte, kranke oder mit körperlichen Gebrechen behaftete Personen, des Körpersports, der Schulbildung, der Erziehung und der Berufsausbildung.

eSports sieht sich als Körpersport im Sinn der BAO: Der Europäische Gerichtshof hat Sport als eine Tätigkeit definiert, die durch eine nicht unbedeutende körperliche Komponente gekennzeichnet ist. Freilich denkt dabei jeder an Sportarten wie Fußball, Eishockey oder Basketball.