Ein Musterprozess birgt zwar einerseits das Risiko einer negativen Entscheidung, die weitreichendere Folgen als bloße steuerrechtliche Aspekte haben könnte (zum Beispiel für Anerkennung von eSports als Sport). Auf der anderen Seite handelt es sich bei eSports um eine rechtliche Querschnittmaterie, der neue Entwicklungen und Wirtschaftszweige zugrunde liegen und somit rechtliches Neuland sind. Musterprozesse sind unvermeidbar und tragen zur Rechtssicherheit bei, die weitere Rechtsentwicklung ermöglicht.

Einschätzung des Verwaltungsgerichtshofs

Die Einschätzung des Verwaltungsgerichtshofes, somit des Höchstgerichtes in verwaltungsrechtlichen Angelegenheiten, wäre ein Eckpfeiler für Gesetzgebungsvorhaben, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Zudem würden (steuerrechtliche) Haftungsrisiken für die eSports-Community reduziert werden, wenn die Gefahrenquellen durch Gerichtsentscheidungen aufgezeigt werden. Die Rechtsunsicherheit ist auf Dauer wesentlich schädlicher als kurzfristige, gerichtliche Rückschläge. Und wer weiß, vielleicht überrascht uns der Verwaltungsgerichtshof mit einem modernen Zugang und eröffnet dem eSport neue rechtliche und operative Möglichkeiten.