Klaus Christian Vögl ist als Jurist und Fachexperte Geschäftsführer der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe der Wirtschaftskammer Wien. - © privat
Klaus Christian Vögl ist als Jurist und Fachexperte Geschäftsführer der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe der Wirtschaftskammer Wien. - © privat

Die künstliche Bräunung ist seit circa 50 Jahren bekannt, ist aber durch die Selbstbedienungssolarien in den 70ern sehr in Verruf geraten. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Branche grundlegend zum Positiven geändert.

Aktuell überwiegen zwar bereits die sonnigen Tage, Solarien werden aber ganzjährig genutzt. Vor allem im Herbst bis Ende des Winters sind die Tage oft trüb und dunkel. Viele Menschen leiden unter Vitamin-D-Mangel, weil das Sonnenlicht fehlt und die geringe UVB-Strahlung zu schwach ist, um den Körper mit Vitamin D zu versorgen. Der Vitamin-D-Mangel schwächt das Immunsystem, führt zu Müdigkeit, Abgespanntheit und oft auch zu einer Winter-Depression.

Kritische Phase und Neubeginn

- © dpa/Felix Kästle
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Viele benötigen daher das durch die künstliche Bräune generierte Vitamin D für ihre Gesundheit. Gesundheit war auch das Stichwort des Gesetzgebers, der mit einem Besuchsverbot für Jugendliche unter 18 Jahren reagierte, da es immer wieder zu übermäßigem Konsum der künstlichen Bräune kam.

Nach einer kritischen Phase und zahlreichen Betriebsschließungen begann bei den Betreibern eine massive Umorientierung. Einerseits hin zu fitness- und wellnessorientierten Zusatzangeboten, also der Einbindung des Solariums in ein ganzheitliches Wohlfühl-Konzept rund um den Gast, andererseits ganz bewusst hin zu einer dezidierten Qualitätsorientierung im Sinne des Kundenschutzes.

Das richtige Maß und der verantwortungsvolle Umgang ist hier wohl - wie meistens im Leben - gefragt, wobei Solarien heute nicht nur in spezialisierten Sonnenstudios stehen, sondern auch in Fitnessbetrieben, Bädern, Thermen und Hotels.

Welche sind nun die aktuellen Rahmenbedingungen für den Betrieb von gewerblich - also nicht medizinisch - genutzten Solarien?

Die Kunden müssen ausnahmslos mindestens 18 Jahre alt sein, und der Betriebsinhaber ist verpflichtet, dies in geeigneter Weise zu kontrollieren; das bloße Anbringen eines Verbotsschildes und dergleichen genügt nicht.

Solarien benötigen eine Gewerbeberechtigung als freies Anmeldegewerbe (kein fachlicher Befähigungsnachweis für den Betreiber) sowie eine nach der Solarienverordnung geregelte Betriebsanlagengenehmigung, die die Betriebssicherheit der Anlagen sicherstellen soll.

Die Eckpunkte sind:

Keine Selbstbedienung durch die Kunden.

Technische Standards: Die UV-Bestrahlungsgeräte müssen nach der Norm EN 60335-2-27 bewertet sein; es dürfen nur UV-Bestrahlungsgeräte verwendet werden, die dem Typ Nr. 3 dieser Norm entsprechen. Beim Betrieb des UV-Bestrahlungsgerätes muss auch gut wahrnehmbare Strahlung im sichtbaren Bereich (400 - 780 nm) abgegeben werden.