Besonders hohe Fallzahlen in seinem Zuständigkeitsbereich gebe es in der kommunalen Verwaltung speziell in Baurechtsangelegenheiten. Was den Strafvollzug betrifft, gebe es vor allem budgetär massiven Handlungsbedarf. Beschwerden kämen von beiden Seiten: von Mitarbeitern und Häftlingen. Personal-Engstände im exekutiven wie nichtexekutiven Bereich und eine zum Teil überalterte bauliche Struktur seien ebenfalls verbesserungswürdig.

In der Vergangenheit wurde das forensisch-therapeutische Zentrum mit Nachbetreuung in Asten in Oberösterreich stets als Vorbild genannt, nun ist es allerdings nach diversen Vorfällen wie Übergriffen zwischen den Insassen oder Geflüchteten unter Beobachtung. Was ist passiert? "Die Einrichtung wurde 2015 von 91 auf 153 und 2018 auf 201 Plätze erweitert. Sie ist mittlerweile kein forensisch-therapeutisches Zentrum mehr, sondern wird als Justizanstalt geführt, in der Männer wie Frauen mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern untergebracht sind", sagt dazu Amon. "Psychisch kranke Menschen, die - aufgrund ihrer Erkrankung - oft ein herausforderndes Verhalten an den Tag legen, benötigen ein therapeutisches Setting."

Bernhard Achitz, der leitender Sekretär im Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) war, löste Volksanwalt Günther Kräuter ab. Er ist für Soziales, Pflege und Gesundheit zuständig. Auf Bundesebene prüft Achitz Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung sowie die Arbeitsmarktverwaltung und die Bereiche Jugend und Familie. Anliegen von Menschen mit Behinderungen, aber auch Themen wie Mindestsicherung, Grundversorgung und Gesundheitsverwaltung bis hin zur Jugendwohlfahrt, dem Tierschutz und dem Veterinärwesen fallen auf Landesebene in seinen Aufgabenbereich.

"Ich erwarte mir von der Politik, dass sie sich eingehend mit den Berichten der Volksanwaltschaft an den Nationalrat und die Landtage befasst und diese ernst nimmt", sagt Achitz. Die Berichte werden von der Volksanwaltschaft auf Basis praktischer Erfahrung und juristischer Beurteilung erstellt.

Einige seiner dringendsten Forderungen seien Maßnahmen gegen den Pflegekräftemangel und eine Diskussion über eine Impfpflicht für Gesundheitspersonal. Auch einheitliche Qualitätsstandards in der Kinder- und Jugendhilfe stehen für Achitz ganz oben auf der Liste.

Die Volksanwaltschaft sieht er als Vermittler zwischen der Verwaltung und allen hier lebenden Menschen, die deren Dienstleistung in Anspruch nehmen. "Mir ist sehr wichtig, dass Gesetze und darauf basierende Entscheidungen verstanden werden. Wenn jemand sich schlecht behandelt fühlt, liegt es oft daran, dass Behörden Verfahrensschritte und Erledigungen unzureichend begründen", so Achitz. Es könne aber auch sein, dass sie Rechtsnormen falsch anwenden oder Gesetze vollziehen müssen, die in Einzelfällen zu ungerechten Ergebnissen führen. "In all diesen Fällen ist es Aufgabe der Volksanwaltschaft Abhilfe zu schaffen und das Vertrauen der Menschen in die Verwaltung wieder herzustellen."