Manchmal genüge es, die Entscheidungen der Behörden in einfacher Sprache zu erläutern und damit nachvollziehbar zu machen. In anderen Fällen könne man Behörden davon überzeugen, dass Handlungs- oder Ermessensspielräume eine andere Interpretation ermöglichen und zu einem gerechteren Ergebnis führen. Bringt ein Gesetz bei korrekter Anwendung unerwünschte Ergebnisse, weise die Volksanwaltschaft den National- und Bundesrat oder den zuständigen Landtag darauf hin, und eine Gesetzesänderung werde angeregt.

"Zuweilen klaffen Anspruch und gesellschaftliche Realität gerade bei den sozialen Menschenrechten noch weiter auseinander, vor allem dann, wenn Menschen in Institutionen versorgt werden", sagt Achitz. Das Recht auf menschenwürdige Pflege sei daher einer seiner Schwerpunkte. Expertenkommissionen der Volksanwaltschaft besuchen unangekündigt Alten- und Pflegeheime. Oft sei nicht ausreichend oder nicht entsprechend ausgebildetes Pflegepersonal vorhanden. "Deshalb fordere ich mehr Ausbildungsangebote und bessere Arbeitsbedingungen für Pflegerinnen und Pfleger, um eine menschwürdige Betreuung im Alter und bei Behinderung sicherzustellen."

Walter Rosenkranz, davor Klubobmann der FPÖ, folgte Volksanwalt Peter Fichtenbauer nach. Auf Bundesebene ist er für das Polizei-, Fremden- und Asylrecht, die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft, den Natur- und Umweltschutz sowie Gewerbe und Betriebsanlagen zuständig. Kindergärten, Schulen und Universitäten fallen ebenfalls in seinen Bereich. Auf Landesebene prüft Rosenkranz Verkehrs- und Agrarangelegenheiten und Fragen zu Gemeindeabgaben.

"Im Bereich der nachprüfenden Verwaltungskontrolle sind mir die Themen chronisch kranke Kinder im Bildungssystem und Gewässerschutz sehr wichtig", so Rosenkranz. "Hier möchte ich die bisherigen Bemühungen meines Vorgängers fortführen." Themen, die die Öffentlichkeit bewegen und in seien Zuständigkeitsbereich fallen, werde er amtswegig aufgreifen, wie vor kurzem im Fall der Schäden durch Borkenkäfer.

Bezüglich präventiver Menschenrechtskontrolle verfüge er durch seine langjährige berufliche Tätigkeit als Rechtsanwalt und Strafverteidiger bereits über intensive Einblicke in die Themen, die mit dem Opcat-Mandat in Zusammenhang stehen, sagt Rosenkranz. Die Volksanwaltschaft habe seit 2012 zahlreiche Empfehlungen ausgesprochen. "Schwerpunkt meiner Tätigkeit wird sein, die Umsetzung dieser Empfehlungen voranzutreiben und ihnen zum Durchbruch zu verhelfen."