Schon bisher kann es für Geschäftsführer eine Herausforderung sein, die für eine Meldung erforderlichen Daten ihrer wirtschaftlichen Eigentümer zu erhalten, vor allem, wenn diese im Ausland ansässig sind und mit dem Tagesgeschäft des Unternehmens wenig zu tun haben. Ob die öffentliche Einsicht hier zu mehr Kooperationsbereitschaft führen wird, darf bezweifelt werden.

Compliance-Packages:Ermitteln Banken und andere Verpflichtete die wirtschaftlichen Eigentümer ihrer Kunden, so dürfen sie sich oft nicht auf das Register verlassen, sondern müssen weitere Informationen einholen. Aus diesem Grund fordern sie häufig jene Dokumente, die für die Ermittlung des wirtschaftlichen Eigentümers erforderlich sind, etwa Organigramme und Gesellschaftsverträge, beim Meldepflichtigen an. Beginnend mit dem 10. November 2020 können Meldepflichtige "Compliance Packages" mit diesen Dokumenten im Register hinterlegen und festlegen, ob diese Dokumente von allen Verpflichteten oder nur auf Anfrage eingesehen werden können. Sprechen bei einzelnen sensiblen Dokumenten, etwa bei Stiftungszusatzurkunden, berechtigte Gründe gegen deren Übermittlung, so genügt es, wenn ein Parteienvertreter in das Dokument Einsicht nimmt und einen qualifizierten Aktenvermerk als Teil des Compliance-Packages übermittelt.

Die Übermittlung dieses Packages an das Register kann für Unternehmen eine Erleichterung darstellen, weil diverse Unterlagen dadurch nicht mehr gesondert übermittelt werden müssen, wenn beispielsweise Kreditinstitute für Darlehensgewährungen danach fragen oder Notare entsprechende Unterlagen vor einer Immobilientransaktion benötigen. Wichtig ist jedoch, dass Unternehmen die Kontrolle darüber behalten, wer Zugriff auf die Dokumente hat und die Hinterlegung eines Compliance-Packages auch zukünftig freiwillig bleibt. Denn eine Erleichterung für manche Unternehmen, kann bei anderen zu mehr Bürokratie führen. Und an bürokratischen Herausforderungen mangelt es dem WiEReG ohnedies nicht.