In der Genossenschaft sind die Eigentümer zugleich die Nutzer. Im Gegensatz zur Kapitalgesellschaft gibt es in der Genossenschaft keine fremden Eigentümer mit eigenen Erwartungen. In der Genossenschaft und übergeordnet in der Gemeinnützigkeit sind gerade diese Erwartungen ausgeblendet und führen über den partiellen Verzicht der originären Eigentümer dazu, dass die Leistungen günstiger erbracht werden können und/oder eine Reserve auf- und ausgebaut werden kann, die künftigen Generationen den Bestand der Einrichtung sichern hilft.

Erhalt dieser Zukunftsvorsorge

Zum Erhalt dieser Zukunftsvorsorge früherer Mitgliedergenerationen trägt wesentlich bei, wenn sich jede folgende Mitgliedergeneration dieses Auftrages bewusst bleibt. Dann kann sich die Geschichte der "alten" Genossenschaften fortsetzen. Aus einer gesellschaftlich notwendigen Innovation ist über die Generationen von Mitgliedern bis heute eine nachhaltige - auf Dauer angelegte -Institution geworden. Ihr anfangs eine Notlage überwindender Charakter wandelt sich zu einem ausgleichenden im Markt und Wettbewerb oder in einer Gemeinde.

Eine besondere Rolle darf man gewiss den genossenschaftlichen Revisionsverbänden zuschreiben. Denn sie achten nicht nur darauf, dass Bürger als Mitglieder keinen wirtschaftlichen Schaden bei der Gründung nicht tragfähiger Konzepte erleiden. Sie schützen auch das gewachsene Vermögen insofern, als dass sie die reifen Genossenschaften ebenfalls wettbewerbsfähig erhalten und vor den Folgen eines übermäßigen Wachstumskurses warnen. Letzterer ist keinesfalls im Modell einer Genossenschaft angelegt, sondern zeigt bereits an, dass die Denkweisen anderer Rechtsformen übernommen werden.