In unserer täglichen Digitalisierungsarbeit mit Kanzleien und Rechtsabteilungen ist es allen Teilnehmerinnen (in der weiblichen Form sind auch alle Männer inkludiert) sehr wichtig innovativ zu sein. Heute wollen wir uns kurz dieser Innovation widmen: Das Wort selbst kommt aus dem Lateinischen: novus ("neu" oder "neuartig") und innovatio, "etwas neu Geschaffenes". Es handelt sich um etwas "Neuartiges". Also nicht nur neu und eine graduelle Verbesserung, sondern wirklich eine erkennbare neue Qualität, die einen deutlichen Unterschied zu bisherigen Lösungen bietet. Es muss nicht auf eine technische Lösung beschränkt sein.

Sophie Martinetz ist Gründerin und Leiterin von Future-Law, einer unabhängigen Plattform für Legal Tech. Die Digitalisierungsinitiative von Future-Law ist abrufbar unter: https://digitaleinitiative.future-law.at/ - © Marlene Rahmann
Sophie Martinetz ist Gründerin und Leiterin von Future-Law, einer unabhängigen Plattform für Legal Tech. Die Digitalisierungsinitiative von Future-Law ist abrufbar unter: https://digitaleinitiative.future-law.at/ - © Marlene Rahmann

Es ist also mehr als nur eine gute Idee: nämlich vor allem eine schweißtreibende Entwicklung und Durchsetzung der Innovation, die viel Kraft und Mühe kostet. Manchmal kann auch Angstschweiß dazu kommen, denn Neues stößt oft nicht nur auf Gegenliebe und wird auch nicht immer honoriert.

Für den Ökonomen Joseph A. Schumpeter ist Innovation aber vor allem die disruptive Durchsetzung einer neuen technischen, organisatorischen oder marktlichen Lösung, nicht nur ihre Erfindung. Es geht also um die Erschließung neuer (Absatz-)Märkte sowie die Durchführung einer Neuorganisation innerhalb des Unternehmens respektive der Kanzlei und kann auf Dauer einer ganzen Branche umfassen.

Innovation hat also die Merkmale: Erfindung und Entdeckung, dann die Durchsetzung dieser Neuerung und deren Verbreitung, gefolgt von der Veränderung einer ganzen Branche.

So, aber was kann das für Legal Tech bedeuten?

Als Ausgangspunkt für Innovation eignen sich die Bedürfnisse von internen oder externen Klientinnen gut. Nur jene Kanzleien und Rechtsabteilungen sind vorne dabei, die ihre Leistungen und Services an den sich ändernden Bedürfnissen ihrer Klientinnen weiterentwickeln - kombiniert mit neuen Prozesse und Strukturen. Vier Fragen kann man sich dazu stellen: Was ist inhaltlich neu und in welchem Umfang? Für wen Ist die Innovation neu und akzeptabel? Bedeutet "neu" auch gleich "erfolgreich" beziehungsweise erfolgreich in welcher Hinsicht? Wo beginnt und wo endet unsere Neuerung? Die ersten drei Fragen beziehen sich auf die sogenannten Ergebnisaspekte von Innovation. Die vierte auf den Entstehungs- und Durchsetzungsprozess. Die ultimativen Fragen sind allerdings: Ist die Innovation aus Ihrer eigenen Sicht als Kanzlei oder Rechtsabteilung effektiv und wird sich intern und auch am Markt bei den Klientinnen durchsetzen? Und aus Sicht der Klientinnen: Bieten Sie mit dieser Innovation der Klientin einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz an? Um das zu definieren gibt es mehrere Methoden - doch dazu ein anderes Mal.

Innovation funktioniert gut, wenn es eine ordentliche Planung, Steuerung und Kontrolle in der Kanzlei und Rechtsabteilung gibt und die Klientin im Mittelpunkt steht. Ist also gar nicht so schwierig - warum macht es dann nicht jede?