Covid-19 bleibt das beherrschende Thema. Auch wenn die Krise noch nicht überwunden ist, wird klar: Die Wirtschaft leidet. Kurzfristig werden beträchtliche Stimuli nötig, um einen raschen Aufschwung zu ermöglichen und Jobs zu schaffen. Mittel- und langfristig sind Maßnahmen zu treffen, um Unternehmen resilienter zu machen. Das ist auf nationaler Ebene anspruchsvoll und auf internationaler noch schwieriger, wo Unternehmen auf ausländische Geschäftspartner und Behörden angewiesen sind.

Als wäre eine Krise nicht genug, gibt es da auch noch die Klimakrise. Die mit dem Klimawandel verbundenen ökologischen Herausforderungen sind gewaltig. Effektive Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes sind schleunigst nötig und werden mit wachsender Bevölkerung und den Auswirkungen der globalen Erwärmung noch dringlicher.

Covid-19 ist die einmalige Gelegenheit, bestehende Energiesysteme zu überdenken und eine nachhaltige Politik für erneuerbare Energien zu schaffen. Die Entwicklung und Implementierung von Systemen zur Nutzung erneuerbarer Energie, Steigerung der Energieeffizienz beziehungsweise Energieersparnis schafft neben dem Klimaschutz auch signifikante Geschäftsmöglichkeiten.

Erneuerbare Energien sind sowohl in Australien als auch in Österreich von großer Bedeutung. Österreichs Umwelttechnologie gehört heute zu den weltweit innovativsten Green-Tech-Branchen. Österreichische Unternehmen sind Experten auf einem Gebiet, das für Australien von großem Interesse ist: Um die im Pariser Klimaschutzabkommen festgelegten Ziele zu erreichen, hat die australische Regierung 3,5 Milliarden Dollar in einen Klimaschutzplan, technologische Verbesserungen und Projekte wie Snowy Hydro 2.0, Battery of the Nation und Marinus Link gesteckt. Die vom australischen Botschafter Richard Sadleir in einem Parallelbeitrag erwähnte Technology-Investment-Roadmap sieht gar Investitionen von rund 70 Milliarden Dollar vor.

Verstärkte Zusammenarbeit zwischen Austria und Australia zum Klimaschutz, Austausch von Expertise und Ankurbeln der Wirtschaft? Das geplante Freihandelsabkommen (FTA) zwischen der Europäischen Union und Australien als völkerrechtliche Vereinbarung macht’s möglich. Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten. Das Abkommen könnte noch dieses Jahr unterzeichnet werden. Als FTA neuer Generation sieht der Entwurf eine über klassische Handelsdeals hinausgehende Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen durch verbesserte Marktöffnung und umfassende Handelsregeln, speziell für Investitionen, vor. Eines der zentralen Elemente stellt die Kooperation beim Klimaschutz dar. Während EU-australische Handelsbeziehungen bisher meist über das Vereinigte Königreich erfolgten, werden mit Brexit EU-Staaten wie insbesondere Österreich stärker in den Blickpunkt Australiens rücken. Mit dem neuen FTA Geschäftsmöglichkeiten wahrnehmen, Jobs schaffen und unsere Umwelt retten. Kein schlechter Plan für 2021.