In der Migrationsfrage hat Österreich gezeigt, dass die Geltendmachung von zentralen nationalen Interessen in Brüssel und den Hauptstädten der Mitgliedstaaten auf ein gewisses Verständnis stößt: Interessanterweise hat dabei das Drohen mit einer klar unionsrechtswidrigen Quotenregelung zu einer Intensivierung der Maßnahmen auf EU-Ebene in Hinblick auf einen besseren Schutz der Außengrenzen geführt.

Dabei soll keineswegs einer Relativierung der europäischen Integration das Wort geredet werden. Es soll vielmehr verdeutlicht werden, dass eine Überstrapazierung des Solidaritätsanliegens den Integrationsprozess insgesamt gefährdet. Die deutsche Mautregelung zu akzeptieren bedeutet, ein Auge zuzudrücken - wissend, dass dieses Anliegen in Deutschland längst schon zu einem zentralen Politikum geworden ist. Es wäre aber kein besserer Zeitpunkt denkbar, in einem Atemzug auch den Hochschulzugang der Unionsbürger auf eine neue Basis zu stellen. Ein resoluteres Auftreten Österreichs in dieser Frage wäre politisch und rechtlich zu rechtfertigen.