Die Kronzeugenregelung soll weiterhin nicht als Möglichkeit des "Freikaufens" missbraucht werden können. Deshalb kommt sie nur infrage, wenn ein Mittäter (kein führender Beteiligter) von sich aus mit neuen Beweisen oder Wissen über kriminelle Handlungen zur Staatsanwaltschaft kommt. Seine Aufklärung muss das Gewicht der eigenen Tat bei weitem übersteigen.

Etwas weiter ist ab Jahresbeginn der Einsatzbereich der Diversion: Auch bei Taten Erwachsener (bisher nur Jugendlicher) - etwa Unfälle -, bei denen ein Angehöriger fahrlässig getötet wurde, kann künftig auf ein Strafverfahren verzichtet werden. Einer Straftat Verdächtigte müssen (wie es die EU-Richtlinie zum Rechtsbeistand vorsieht) gleich nach der Verhaftung - noch vor Befragung durch Polizei oder Justizbehörden - die Möglichkeit bekommen, mit einem Verteidiger zu sprechen. Für Beschuldigte, die keinen eigenen Anwalt haben, wird der rechtsanwaltliche Journaldienst ausgebaut. Über ein vom Österreichischen Rechtsanwaltskammertag betriebenes Callcenter sind dort rund um die Uhr Rechtsanwälte erreichbar.

Wieder mehr Praxis sammeln können angehende Richter, Staatsanwälte, Notare und Rechtsanwälte: Die im Zuge ihrer Ausbildung vorgesehene Gerichtspraxis dauert jetzt sieben Monate - nachdem sie mit dem Sparpaket von 2011 von neun auf fünf Monate gekürzt worden war. Komplett rückgängig gemacht wurde die Kürzung der Ausbildungsbeiträge. Die Entlohnung wird auf das Niveau von Verwaltungspraktikanten zu Beginn der Tätigkeit angehoben. Damit bekommen Rechtspraktikanten künftig 1.272,35 Euro brutto.

Für den Lohnsteuerausgleich ist ab 2017 kein Antrag mehr nötig - zumindest wenn ohnehin nur die Pauschalbeträge in Anspruch genommen werden. Geringverdiener und Pensionisten sparen sich damit auch den Antrag auf Auszahlung der Negativsteuer: Auch sie wird ab der zweiten Jahreshälfte automatisch ausgezahlt. Wer zusätzliche Ausgaben absetzen möchte, muss aber weiterhin einen Antrag stellen.

Die Finanz startet die "Antragslose Arbeitnehmerveranlagung" (AANV) für 2016 automatisch, wenn bis Ende Juni kein Antrag auf Lohnsteuerausgleich vorliegt und mit einer Steuergutschrift zu rechnen ist. Wer in den letzten beiden Jahren zusätzliche Ausgaben abgesetzt oder Kinderfreibeträge genutzt hat, muss den Ausgleich auch diesmal selbst durchführen. Dasselbe gilt, wenn zusätzlich zu Gehalt oder Pension noch andere Einkünfte vorliegen.

Laut Finanzministerium gehen ab Juli Informationsschreiben an all jene Personen, die für den automatischen Lohnsteuerausgleich infrage kommen. Schätzungen zufolge sind das eine Million Steuerpflichtige, die insgesamt 200 Millionen Euro zurückerhalten. Wer mit seiner "automatischen" Steuergutschrift nicht zufrieden ist, kann die Steuererklärung nachreichen - bis zu fünf Jahre lang.

Die Finanz registriert automatisch steuerlich absetzbare Spenden, Kirchenbeiträge sowie Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung und den Nachkauf von Versicherungszeiten in der Sozialversicherung. Wer nicht will, dass die Finanz davon erfährt, kann die Datenweitergabe untersagen.

Mit 1. April 2017 tritt die verpflichtende technische Sicherheitseinrichtung von Registrierkassen in Kraft. Eigentlich sollte sie bereits mit 1. Jänner in Kraft treten, wurde aber verschoben. Die Sicherheitseinrichtung dient dem Schutz vor Manipulation der in der Registrierkasse gespeicherten Daten. Der Manipulationsschutz wird am Beleg als computerlesbarer QR-Code sichtbar. Hinter dem QR-Code verbirgt sich eine individuelle Signatur des jeweiligen Unternehmers. Mit dieser Signatur werden die Barumsätze der Registrierkasse in chronologischer Reihenfolge miteinander verkettet. Eine mögliche Datenmanipulation würde die chronologische Barumsatzkette unterbrechen und wäre nachweisbar.