Im sich ständig wandelnden Marktumfeld können aus innovativen Geschäftsideen innerhalb kurzer Zeit globale Chancen erwachsen. Um diese Chancen nützen zu können, müssen Start-ups auf dem Weg zur erfolgreichen Positionierung ihres Produktes am Markt zahlreiche Herausforderungen meistern. Dazu müssen alle Faktoren stimmen: Produkt, Markt, Zeitpunkt, Partner und nicht zu vergessen die Finanzierung.

Die Wahl der richtigen, risikoadäquaten Finanzierung in der Gründungs- und Wachstumsphase jedes Unternehmens ist maßgeblich für den Erfolg des unternehmerischen Vorhabens. Die innovativste Geschäftsidee ist nicht realisierbar, wenn sich deren Finanzierung nicht sichern lässt. Die Finanzierungsalternativen, die Start-ups zur Verfügung stehen, sind vielfältig und reichen von klassischem Fremdkapital (Bankkrediten) über Förderungen und Crowdfunding bis hin zu Eigenkapitalfinanzierungen, die meist durch Business Angels, Incubatoren und Venture Capital Unternehmen erfolgen. Letztere sind darauf spezialisiert, in Unternehmen in der Frühphase zu investieren und diesen mit unternehmerischem Know-how, fundierten Branchenkenntnissen sowie Management-Expertise zu unterstützen.

Barbara Jakubowics ist langjährige Expertin für Finanzierung und Gesellschaftsrecht mit Schwerpunkt FinTech und selbständige Rechtsanwältin.
Barbara Jakubowics ist langjährige Expertin für Finanzierung und Gesellschaftsrecht mit Schwerpunkt FinTech und selbständige Rechtsanwältin.

Founder, Friends und Family

Verhältnismäßig neue Finanzierungsformen für Start-ups sind Crowfunding und Initial Coin Offerings (ICO). Diese sind vor allem für Start-ups in der Frühphase interessant, wenn das Risiko des Scheiterns der Geschäftsidee am größten ist und somit andere Finanzierungsformen oft noch nicht zur Verfügung stehen. Bis zuletzt mussten die ersten Unternehmensschritte daher fast ausschließlich durch die "3F" finanziert werden: Founder, Friends und Family.

Crowdfunding hat - nicht zuletzt aus diesem Grund - innerhalb kurzer Zeit eine hohe Popularität erreicht. Die Grundidee des klassischen Crowdfundings ist schnell erklärt: Ein Unternehmen unterbreitet einem großen Teilnehmerkreis (meist über eine sogenannte Crowdfunding-Plattform) eine Investitionsmöglichkeit. Die Teilnehmer zahlen in einen Pool jeweils geringe Beträge bis zu einer bestimmten kritischen Grenze ("Realisierungsgrenze") ein. Wird die Realisierungsgrenze erreicht, wird das Projekt realisiert; wird diese nicht erreicht, werden bereits geleistete Einlagen zurückerstattet. Bei Realisierung der Geschäftsidee wird den Investoren meist eine Gegenleistung oder sonstige Vergütung in Aussicht gestellt.