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Das österreichische Privatstiftungsrecht ist etwas mehr als 20 Jahre alt. Die Veränderung der steuerlichen Rahmenbedingungen für die Privatstiftung, wie auch Streit- und Zweifelsfälle, die zu einer reichen Judikatur und damit zu einer entsprechenden Rechtsfortentwicklung geführt haben, entsprachen jedoch beim besten Willen nicht immer den Bedürfnissen der Privatstiftungen und der dahinterstehenden Familien.

Diesen Sommer ging daher eine Novelle zum Privatstiftungsrecht in Begutachtung - bis zur Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 wurde sie jedoch wieder auf Eis gelegt. Ein ganz wesentliches Ziel dieser Novelle ist es, den Einfluss der Familie und damit den Einfluss des Stifters und seiner Rechtsnachfolger auf die Privatstiftung zu erhalten. Es soll nicht zur "Versteinerung" des Stifterwillens kommen und folglich zum "Einfrieren" von Familienvermögen.

Die Privatstiftung ist eine Rechtsperson

Ursprünglich wurde das Privatstiftungsrecht ins Leben gerufen, weil der Gesetzgeber die Möglichkeit schaffen wollte, Familienvermögen langfristig zu bewahren und zu vermehren, ohne eine Aufsplitterung unter vielen Erben zu riskieren. Im internationalen Vergleich wird in diesem Zusammenhang immer wieder der sogenannte Family Trust erwähnt. Der Unterschied zwischen einem Family Trust und einer österreichischen Privatstiftung ist jedoch enorm.

Alix Frank-Thomasser ist Gründerin und Partnerin der Alix Frank Rechtsanwälte GmbH in Wien. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte als Rechtsanwältin sind unter anderem Gesellschaft-und Stiftungsrecht. 
- © Doris Kucera

Alix Frank-Thomasser ist Gründerin und Partnerin der Alix Frank Rechtsanwälte GmbH in Wien. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte als Rechtsanwältin sind unter anderem Gesellschaft-und Stiftungsrecht.

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Der Trust ist ein zumindest zweiseitiger Vertrag, mit dem Ziel, dem Treuhänder die erforderliche Verfügungsmacht einzuräumen, um Vermögen zu erhalten und zu vermehren. Die Familie, die beim Family Trust faktisch der Treugeber ist, behält ihren umfassenden Einfluss auf die Entwicklung des Familienvermögens.

Die österreichischen Privatstiftung ist hingegen eine eigene Rechtsperson und als solche im Firmenbuch beim jeweils zuständigen Gericht in Österreich eingetragen. Die Familie, die in der Regel als Stifter auftritt, verliert bis auf sehr eingeschränkte Möglichkeiten faktisch völlig den Einfluss auf das Familienvermögen. Trotz alledem erfreute sich die österreichische Privatstiftung zunächst durchaus entsprechender Beliebtheit. Nur acht Jahre nach dem Inkrafttreten des Privatstiftungsgesetzes gab es bereits 2527 Privatstiftungen in Österreich. Zum 31. Dezember 2016 stehen wir nun bei rund 3193 Privatstiftungen österreichweit.

Einer der größten Arbeitgeber in der Republik

Martina Heidinger ist als Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin als geschäftsführendeGesellschafterin der SOT Süd-Ost Treuhand Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung GmbH in Wien tätig. 
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Martina Heidinger ist als Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin als geschäftsführendeGesellschafterin der SOT Süd-Ost Treuhand Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung GmbH in Wien tätig.

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