Der Beruf der Rechtsanwältin ist unglaublich abwechslungsreich, man taucht in die unterschiedlichsten Themengebiete ein, man kann sich für andere einsetzen und Mandanten zur Seite stehen. Als Rechtsanwältin geht es nicht immer nur darum, Mandanten rechtlich weiterzuhelfen, oft brauchen sie auch eine taktische Beratung oder eine zweite Meinung. Genau dieses Zusammenspiel finde ich unglaublich spannend und faszinierend.

Hürden, die ich für die Zukunft sehe, sind vor allem, wie sich dieser Beruf mit einer Familie vereinbaren lässt. Aber auch diese Hürden werden dann - wenn es mal soweit ist - hoffentlich zu bewältigen sein."

Stephanie Langer. - © privat
Stephanie Langer. - © privat

Dr. Stephanie Langer, 32 Jahre alt. Zuerst in zwei Rechtsanwaltskanzleien mit Schwerpunkt Immobilienrecht und in einer großen Hausverwaltung beschäftigt, seit 2016 Rechtsanwältin und seit 2017 Partnerin (geschäftsführende Gesellschafterin) bei der Hule Bachmayr-Heyda Nordberg Rechtsanwälte GmbH in Wien. Bauträgervertragsrecht, Wohn- und Liegenschaftsrecht, Mietrecht.

"Mit Hürden hat man bereits in der Zeit als Rechtsanwaltsanwärter zu kämpfen. Alleine der Wechsel vom (großteils) rein theoretischen Bereich der Universität in die rechtsanwaltliche Praxis bereitet oft Probleme, dazu kommen zumeist ein volles Arbeitspensum und lange Arbeitszeiten - ein Lebenswandel, an den man sich erst gewöhnen muss.

Sobald man endlich eingetragener Rechtsanwalt ist, kommt jedoch ein weiterer Stolperstein auf einen zu: die Selbständigkeit. Als Rechtsanwalt ist man plötzlich mit vielen administrativen Dingen, wie der Führung seiner eigenen Buchhaltung, Abfuhr der Einkommens- und Umsatzsteuer oder dem Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung konfrontiert. Man trägt mehr Verantwortung und muss sich erstmals mit dem Thema ,Haftung‘ beschäftigen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird vielen erst die Bedeutung der eigenen Unterschrift bewusst. Die Basics wurden mir zu Anfang von lieben Kollegen mitgegeben, alles andere ist ,learning by doing‘.

Ich hatte das Glück, in eine dynamische, junge Kanzlei zu kommen, die am Aufbau ihrer Mitarbeiter interessiert ist. Dadurch wurde mir nach relativ kurzer Zeit die Partnerschaft angeboten. Auch wenn dieser Schritt ein wichtiger Meilenstein ist, bedarf es dennoch der ständigen Weiterbildung und Weiterentwicklung, um am Ball zu bleiben und auch in Zukunft in der Branche bestehen zu können.

Als junge, sportliche Frau, die sich auch gerne im eigenen Haushalt verwirklicht, hat man manchmal mit dem Arbeitspensum und den damit verbundenen Stunden, die man in der Kanzlei verbringt, zu kämpfen. Es stellt eine Herausforderung dar, seine Karriereziele zu verwirklichen und daneben noch ein ausgewogenes Privatleben zu führen, aber es ist möglich.

Das Schönste am Schritt in die Selbständigkeit ist die Selbständigkeit selbst. Für mich persönlich ist es eine Erfüllung, meine eigenen Entscheidungen treffen und mir meine Arbeitstage selbst einteilen zu können.