Mit einer bedingten Entlassung Westenthalers nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Strafe ist aber zu rechnen - nach dieser Zeit spielt die Generalprävention nach dem Gesetz ausdrücklich keine Rolle mehr. Sind daher nach vier Monaten alle übrigen Kriterien für den Hausarrest erfüllt, hat der Verurteilte einen Rechtsanspruch darauf, dass ihm auf Antrag der elektronisch überwachte Hausarrest gewährt wird.

Statistisch gesehen ist der elektronisch überwachte Hausarrest die Vollzugsform für in Österreich sozial integrierte, berufstätige und für die Gesellschaft nach herkömmlichen Kriterien ungefährliche Straftäter. In diesem Sinne ist Peter Westenthaler, der als Immobilien-, PR-, und Politikberater arbeitet, auf den ersten Blick ein geradezu typischer Fall für die Gewährung der Fußfessel - wenn das Gericht das nicht im Hinblick auf die gewünschte Abschreckungswirkung der Tat ausdrücklich untersagt.

Ost-West-Gefälle

Doch es kann in Österreich seit jeher ein Ost-West-Gefälle beobachtet werden: Im Westen Österreichs wird von der Möglichkeit, nach Verbüßung der Hälfte der Haft den Verurteilten zu entlassen, deutlich häufiger Gebrauch gemacht als im Osten, wo regelmäßig erst nach einer Verbüßung von zwei Drittel der Haftstrafe die bedingte Entlassung erfolgt. Im Westen ist daher regelmäßig die Gewährung einer Fußfessel ("Frontdoor-Variante") bei einer unbedingten Strafe bis zu 24 Monaten möglich, im Osten meist nur bei einer unbedingten Strafe bis zu 18 Monaten. Verurteilungen zu Strafen über 25 beziehungsweise 19 Monate sind somit gängige Wege, um ohne Rückgriff auf § 266 StPO eine Verbüßung der gesamten Haft im Hausarrest zu verhindern.

Auch wenn die Fußfessel von den meisten Trägern als empfindliche Einschränkung ihrer Lebensführung wahrgenommen wird, ist diese Form des Hausarrests vermutlich immer noch angenehmer als die Verbüßung einer Haftstrafe in einer Justizanstalt - die Gerichte haben jedenfalls entschieden, dass Peter Westenthaler darüber auch nur mutmaßen darf.

Erst nach der Hälfte der unbedingt verhängten Haft kann Peter Westenthaler eine Fußfessel beantragen.