Hamburg. Der deutschlandweit für Facebook zuständige Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar ermittelt gegen Facebook wegen des Vorwurfs des Datenmissbrauchs. Gegen den US-Konzern sei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden, teilte der Sprecher der Behörde mit. Am Freitag sei dem sozialen Netzwerk ein Schreiben zugestellt worden. "Es beinhaltet jetzt erst einmal die Aufforderung zu einer Stellungnahme seitens Facebook, und dann beginnt eine Anhörung."

Caspar verlange Aufklärung über den automatisierten Abruf von Nutzerdaten über Apps, sagte der Sprecher. Kommende Woche werde deswegen ein detaillierter Fragenkatalog an Facebook geschickt. Dem Unternehmen droht ein Bußgeld von bis zu 300.000 Euro. Hintergrund sind Zugriffsmöglichkeiten, die App-Entwickler auf Daten Dritter hatten. Der Firma Cambridge Analytica wird vorgeworfen, Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern abgegriffen und damit Wahlkampfhilfe für Donald Trump geleistet zu haben.

Unzufriedene Abgeordnete

Im Deutschen Bundestag zeigten sich nach der Anhörung eines Facebook-Vertreters Abgeordnete aller Parteien unzufrieden mit der Aufklärung des Skandals um Missbrauch der Daten von Facebook-Nutzern durch Cambridge Analytica. Facebook selbst stellte Konsequenzen in Aussicht, die noch vor der Landtagswahl in Bayern im kommenden Herbst wirksam werden sollten.

Derzeit werde jede einzelne App unter die Lupe genommen, die Zugriff auf die Nutzerdaten hatte, so Facebooks Chef für globale Beziehungen, Joel Kaplan.