In ihren ganzen 100 Jahren haben sie so etwas nicht erlebt, die Salzburger Festspiele: Eine Pandemie, die massive Änderungen am Programm notwendig machte. Damit es zu keinen Infektionsclustern kommt, müssen sich sowohl Mitarbeiter und Künstler - der Staatsopernchor darf etwa nicht auf der Bühne singen - als auch Besucher umgewöhnen. Umfassende Corona-Schutzmaßnahmen wurden ergriffen, das Sicherheitskonzept wird jeweils an neue Entwicklungen angepasst.

Für das Publikum gilt eine generelle Maskenpflicht außer am Sitzplatz während der Vorstellung. Die Eintrittskarten sind personalisiert: Der Name des Inhabers ist auf die Karte gedruckt, um im Falle einer Covid-19-Erkrankung den Behörden schnelles Contact Tracing zu ermöglichen. Der Kartenbesitzer muss bei der Ticketkontrolle seinen Ausweis unaufgefordert vorweisen.

Es wird weder eine Pause noch Bewirtung geben. Die Ein- und Auslasszeiten werden entkoppelt. Um zu vermeiden, dass Publikumsströme aufeinandertreffen, werden Veranstaltungen in den Festspielhäusern nicht mehr gleichzeitig durchgeführt. An allen Eingängen und neuralgischen Punkten sind Desinfektionsspender aufgestellt. Kontaktflächen werden häufig gereinigt.

Tests und drei Gruppen

Die Sitzplätze wurden unter Einhaltung der Abstandsregeln deutlich reduziert und sind prinzipiell im Schachbrettmuster angelegt. Das Publikum wird über alle Informationskanäle der Salzburger Festspiele rechtzeitig vor dem Festival-Beginn im Detail über die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen informiert.

Künstler und temporäre Mitarbeiter der Festspiele sind zu einer Corona-Initialtestung verpflichtet und vor der Aufnahme der Tätigkeit zur Vorlage eines Attests, das nicht älter als vier Tage ist. Die Hygieneregeln und Regeln zur Verwendung des Mund-Nasen-Schutzes müssen eingehalten werden. Auf der Bühne treten die Darsteller ohne Schutzmaske auf.

Weiters wurden die Künstler und Mitarbeiter in drei Gruppen aufgeteilt. Die rote Gruppe betrifft jene Bühnenakteure, welche die Abstandsregel nicht einhalten und keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. Für sie gelten Maßnahmen wie ein PCR-Screening und das Erstellen eines Gesundheitstagebuches. Der orangen Gruppe gehören Künstler an, die prinzipiell einen Abstand einhalten können, sowie Mitarbeiter, die Kontakt zur roten Gruppe haben und eine Schutzmaske tragen können. Die gelbe Gruppe umfasst Mitarbeiter, die zu jeder Zeit die Abstandsregeln einhalten können. Anhand von roten, orangen und gelben Farbbändern ist zu erkennen, welcher Künstler und welcher Mitarbeiter welcher Gruppe zugeteilt ist und welche Verhaltensnormen für ihn gelten.

Gedämpfter Glamour

Die Promi-Dichte wird heuer deutlich geringer ausfallen. Der offizielle Festakt und das Fest zur Festspieleröffnung entfallen; Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird zu Beginn aber drei Tage in Salzburg verbringen. Erwartet werden auch offizielle Gäste aus dem Ausland. Die offiziellen und privaten Tischgesellschaften, die nicht gestrichen wurden, treffen sich in kleinerem Kreis. Einige Termine mit Glamour-Charakter sind gecancelt, wie etwa das Galadinner der Festspiele in der Salzburger Residenz oder die Gala der "Internationalen Salzburg Association" (ISA) in Schloss Leopoldskron. Vorsorglich gibt es nach den Aufführungen auch keine offiziellen Premierenfeiern der Schauspieler.