Salzburg. Ein Konzert als Bindeglied und Staffelübergabe: Zugleich als letzten Programmpunkt der Ouverture spirituelle und als das erste Philharmonische des Salzburger Festspielsommers zeigten sich die Wiener am Wochenende mit Musiken von Bernd Alois Zimmermann und Gustav Mahler besonders vielseitig.

"Nobody knows de trouble I see" hat Zimmermann sein Konzert für Trompete und Orchester genannt, das sehr frei an das bekannte Spiritual anknüpft. Die Wiener Philharmoniker führten unter Andris Nelson vor, dass sie auch als Jazzband agieren können - mühelos und swingend. Håkan Hardenberger steuerte zu den fein gewobenen Klangräumen als Solist das virtuose Flirren der Trompete bei. Dass Zimmermann sein Konzert aus dem menschlichen Leiden heraus geschaffen hat, spannte indirekt den Bogen zu Mahler. Dessen zweite Symphonie in c-Moll trägt bekanntlich den Beinamen "Auferstehung".

Nelsons zeigte sich als feinfühliger, aber dennoch kraftvoll zupackender Mahler-Interpret. Er konzentrierte sich auf das plastische Herausmeißeln der Details, ohne dabei den großen Klang aus den Augen zu verlieren. Wie er mit den komplementären Licht- und Schattenwelten dieser zutiefst betrübten und doch jubilierenden Symphonie spielt, sie aus einander erwachsen lässt, geschieht jenseits klanglicher Stereotypen.

Der Chor des Bayerischen Rundfunks belegte im Finale seine unglaubliche Piano-Kultur. Und die Wiener verströmten jenen Mahler-Klang, der zwischen Traum und Groteske, zwischen Idyll und Höllenschlund pendelt. Und der auch angesichts des Todes noch ein silbriges Glänzen parat hat.