Die Zahl der SARS-CoV-2-Infizierten in Österreich steigt weiter. Den dritten Tag in Folge gab es am Sonntag mehr als 100 Neuinfektionen. Außerdem wurden Covid-19-Fälle in drei oberösterreichischen Schlachthöfen bekannt. Insgesamt gab es mit Stand Sonntagvormittag 959 aktiv Erkrankte in Österreich.

Im Vergleich zum Samstag bedeutet dies einen Anstieg von rund zwölf Prozent. Zuletzt hat es in Österreich am 19. Mai eine ähnliche Zahl an Infizierten gegeben - 1011 waren es damals, am 20. Mai war die Zahl der Erkrankten bereits auf 838 zurückgegangen. Wird der derzeitige Trend fortgesetzt - plus 115 Neuinfektionen am Samstag und Sonntag sowie 109 am Freitag - dürfte am Montag wieder die 1000er-Marke überschritten werden.

Die meisten Fälle gab es nach Clustern in Freikirchen und nun in Schlachthöfen am Sonntag mit 359 Personen aktiv Erkrankten in Oberösterreich. In den Schlachthöfen gibt es zumindest zehn Coronavirus-Infizierte. Im Umfeld der Mitarbeiter sind außerdem 13 Covid-19-positive Personen. Weitere Tests in den Betrieben sollen noch stattfinden. Die Regierung war am Sonntag aber um Beruhigung bemüht.

Zumindest zehn Infizierte

Wie die "Kronen Zeitung" in ihrer Sonntag-Ausgabe berichtete, seien zwölf Mitarbeiter in fleischverarbeitenden Betrieben betroffen. Diese Zahl wurde im Laufe des Nachmittages vom Krisenstab des Landes auf zehn reduziert. So ist ein Betrieb im Bezirk Wels-Land mit fünf erkrankten Mitarbeitern am stärksten betroffen, im Bezirk Ried wurden von insgesamt 360 Arbeitern drei Personen positiv getestet. In Braunau hatten sich zwei Fleischerei-Arbeiter mit dem Virus infiziert. In allen Betrieben waren weitere Testungen im Gange. Bisher wurden im persönlichen Umfeld der erkrankten Angestellten noch weitere 13 Fälle bei den Erhebungen der Kontaktpersonen bekannt. Somit gibt es im Zusammenhang mit Schlachthöfen in Oberösterreich insgesamt 23 Infizierte.

Laut Zeitung ging die Gesundheitsbehörde nicht von neuen Clustern aus. Auch Schließungen von Betrieben stünden bis jetzt nicht im Raum. Weitere Unternehmen seien vorerst nicht betroffen, hieß es.

Land verschärft Corona-Regeln

In einer gemeinsamen Presseaussendung bezogen Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger und Gesundheitsminister Rudolf Anschober Stellung. "Die österreichischen fleischverarbeitenden Betriebe sind mit jenen in Deutschland nicht zu vergleichen", meinte Köstinger. Dort war es jüngst zu einem folgenschweren Ausbruch in einem fleischverarbeitenden Betrieb im deutschen Nordrhein-Westfalen gekommen. In Österreich habe ein durchschnittlicher Schlachthof 400 Mitarbeiter, im Nachbarland seien dies 8000, konstatierte Köstinger.

In sämtlichen Amtsgebäuden des Landes Oberösterreich muss dennoch ab Dienstag wieder ein Mund-Nasenschutz getragen werden. Das teilte Landeshauptmann Thomas Stelzer am Sonntag in einer Presseaussendung mit. Weiters rief er die Städte und Gemeinden dazu auf, dem Beispiel zu folgen und in ihren Wirkungsbereichen die Maskenpflicht vorübergehend wieder einzuführen. (apa)