London. Seit das Coronavirus Sars-CoV-2 Ende 2019 über die Welt hereingebrochen ist, wird es intensiv erforscht. Um die Auswirkungen der Pandemie auf die öffentliche Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft zu begrenzen, muss dringend ein Impfstoff gefunden werden. Mehr als 180 Impfstoffe befinden sich derzeit in Entwicklung, zahlreiche bereits in den entscheidenden klinischen Testphasen II und III. Die Pharmakonzerne Pfizer, Moderna und AstraZeneca erwarten Ergebnisse bis Ende des Jahres.

Angesichts dessen könne man davon ausgehen, dass "effektive und sichere Impfstoffe eher in Monaten als in Jahren" verfügbar werden. Zu diesem Schluss kommt der österreichische Virologe Florian Krammer von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York (USA) in einem Überblicksartikel im Fachmagazin "Nature". Trotzdem gebe es noch viele Fragezeichen. Eine Non-Profit-Gruppe um die weltweite Allianz Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) hat ein globales Labor-Netzwerk ins Leben gerufen, damit Wissenschafter und Pharmaunternehmen Daten zu allen Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 evaluieren können. "Das Ziel ist, Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen", sagt Melanie Saville, Direktorin für Impfestoffentwicklung am CEPI, zur Nachrichtenagentur Reuters.

Schnellere Auslese

Es ist das erste zentrale Netzwerk dieser Art im Zuge der Pandemie. Labors in Europa, Asien und Nordamerika sollen Impfstoffe "testen, als wären sie unter einem Dach", um die Risiken abweichender Ergebnisse zu minimieren, die auftreten, "wenn jeder seine eigenen Versuchsreihen, Protokolle und Reagenzien verwendet", betont Saville. Der zentrale Zugang solle erlauben, die effektivsten Kandidaten schneller auszulesen als bisher.(est)