Seit Beginn der Pandemie sind weltweit mehr als zwei Millionen Menschen an den Folgen oder mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Diese Zahl meldete die Johns-Hopkins-Universität am Freitagabend mitteleuropäischer Zeit.

Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Weltweit gab es demnach bisher mehr als 93 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Virus. Experten gehen von einer noch höheren Dunkelziffer aus.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Der WHO zufolge gab es bis Freitag 1,98 Millionen bestätigte Todesfälle.

"Namen und Gesichter hinter den Zahlen"

UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach angesichts der zwei Millionen Toten von einem "herzzerreißenden Meilenstein". In einer Mitteilung hieß es: "Hinter dieser erschütternden Zahl stehen Namen und Gesichter: das Lächeln, das nur noch eine Erinnerung ist, der für immer leere Platz am Esstisch, der Raum, in dem das Schweigen eines geliebten Menschen widerhallt." Guterres kritisierte, die tödlichen Auswirkungen der Pandemie seien durch das Fehlen weltweiter koordinierter Anstrengungen noch verschlimmert worden.

"Im Gedenken an diese zwei Millionen Seelen muss die Welt mit viel größerer Solidarität handeln", forderte der UN-Generalsekretär. "Jetzt ist die Zeit dafür." Die führenden Wirtschaftsnationen trügen eine besondere Verantwortung. "Impfstoffe erreichen schnell die einkommensstarken Länder, während die Ärmsten der Welt überhaupt keine haben." Einige Länder beschafften sich mehr Impfstoff, als sie benötigten. Staaten müssten überschüssige Impfstoffdosen teilen. Das würde helfen, alle Mitarbeiter des Gesundheitswesens auf der Welt zu impfen und die Gesundheitssysteme vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Die meisten Opfer zählen die USA

Die Opferzahl in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben, ist weltweit die höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA starben den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge rund 119 Menschen pro 100.000 Einwohner. In Belgien liegt dieser Wert bei 178, in Italien bei 134 und bei 130 in Großbritannien. In Deutschland sind demnach 54 Menschen pro 100.000 Einwohner gestorben.

Das Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann. Vor einem Jahr hat es sich von China aus in die ganze Welt verbreitet.

Knapp drei Wochen nach Beginn des dritten harten Lockdowns in Österreich liegt die Zahl der Neuinfektionen weiterhin bei mehr als 1.500. In den vergangenen 24 Stunden wurden 1.528 Neuinfektionen eingemeldet, so die Zahlen von Innen- und Justizministerium. Der Schnitt der vergangenen Woche fiel erstmals wieder unter 2.000 - durchschnittlich kamen jeden Tag 1.999 neue Fälle hinzu. Seit Beginn der Pandemie sind bereits fast 7.000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Die Behörden meldeten am Freitag bisher 6.987 Todesopfer. (dpa, apa, est)