Wien. Ein neuer PCR-Test erkennt die britische und die südafrikanische Mutation des Coronavirus Sars-CoV-2 sofort mit. Im Tauernklinikum Zell am See sei bei drei von 40 Proben die britische Mutation B 1.1.7 mit dem Test des Salzburger Unternehmens Procomcure Biotech festgestellt worden, bestätigt das Klinikum der Austria Presse Agentur. Bei dem Verfahren wird ein Teil der Probe extra auf die Mutationen untersucht.

Indes erforschen Wissenschafter im Detail, warum die neuen Varianten des Coronavirus ansteckender sind als die ursprüngliche Form, die die Pandemie vor einem Jahr ausgelöst hat - in Österreich am Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Akademie der Wissenschaften. Die in Großbritannien (B.1.1.7), Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P.1) entdeckten Varianten weisen je mehrere Mutationen auf, die sie vom "Wildtyp" unterscheiden.

Die Mutationen im Detail

Die "britische" Variante B.1.1.7. zeigt mindestens 17 Veränderungen des Sars-CoV-2- Erbguts. Einige betreffen das charakteristische Spike-Protein, mit dem der Erreger an Zellen andockt und in diese eindringt. Eine davon ist die Mutation N501y, die auch die südafrikanische und die brasilianische Variante besitzen. Diese Veränderung dürfte die Fähigkeit des Erregers erhöhen, an Zellen zu binden, was mit der erhöhten Übertragbarkeit von etwa 35 Prozent zusammenhängen könnte. Eine erhöhte Sterberate oder ein veränderter Erkrankungsverlauf durch die britische Variante scheint laut Experten aber eher unwahrscheinlich.

Der brasilianische sowie der südafrikanische Stamm hat zusätzlich die E484K-Mutation in der Spike-Domäne, die die Bindung zwischen Erreger und Ziel noch stärker beeinflusst. Das könnte bewirken, dass diese Varianten von Antikörpern, die das Immunsystem nach Konfrontation mit dem "Wildtyp" gebildet hat, weniger gut erkannt werden.(apa/est)