Weitere 1.602 Neuinfektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus vermeldete die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) am Freitag. Damit gab es 10.441 Neuinfektionen im Laufe der vergangenen Woche, in jener davor waren es 9.544. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) spricht deshalb von einer "sehr stabilen Situation".

Der Anstieg sei teilweise auch darauf zurückzuführen, dass das verstärkte Testen in Österreich auch dazu führe, die Dunkelziffer an zusätzlichen Infizierten zu verringern. Der Minister räumt allerdings ein, dass das nur einen "Teil des Anstiegs, sicher nicht den Großteil" erkläre. - Simulationsforscher Nikolas Popper von der Technischen Universität Wien schätzt den aktuellen Anstieg der Neuinfektionen noch "nicht als Problem" ein. "Wenn er aber länger dauert, nützt uns das Testen zu wenig." Dann zeige sich, dass die Infizierten in Österreich "zu schlecht isoliert sind".

Kärnten besonders betroffen

Auch die Sieben-Tages-Inzidenz, also der Durchschnitt der Infizierten pro 100.000 Menschen in Österreich, stieg im Vergleich zur Vorwoche von 106 auf 117 an. Bei diesem Wert gab es am Freitag aber große Unterschiede zwischen den Bundesländern: In Vorarlberg lag sie bei 71 und in Tirol bei 79; in der Steiermark aber bei 135 und in Kärnten bei 151. Der Bezirk Hermagor in Kärnten erreichte am Freitag mit nunmehr 101 Infizierten erneut die höchste Sieben-Tages-Inzidenz in Österreich mit 559.

Grund der vielen Neuansteckungen, 80 Prozent übrigens mit der um infektiöseren britischen Variante, dürften laut Landespressedienst Familienfeiern, Freizeitaktivitäten und illegal geöffnete Landgasthäuser gewesen sein.

Die Schwerpunktkontrollen in der Gastronomie intensiviert, die Quarantäne nun lückenlos kontrolliert. Die Kontaktnachverfolgung wird ebenfalls personell aufgestockt. Wie in anderen Mutationsgebieten wird die Testung intensiviert. Skigebiete bleiben offen, sie müssen ab Samstag von ihren Gästen maximal 48 Stunden alten negativen Antigentests verlangen.(mad)