Die Ankündigung von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), zumindest einmal für den Monat Oktober unter anderem für Veranstaltungen ab 500 Personen die 2G-Regel einzuführen, hat unterschiedliche Reaktionen im Sport ausgelöst. Während man sich im Fußball, in dem auch international schon länger sogar über eine 1G-Regel diskutiert wird, entsprechend gelassen zeigt, fürchtet der Eishockey-Verein Vienna Capitals einen Zuschauerrückgang. Im Tennis dagegen sieht Herwig Straka, Veranstalter der Erste-Bank-Open in der Stadthalle, sogar einen Vorteil.

"Ich finde das eine gute Lösung, weil wir dadurch die andere Variante, nämlich, dass wir Abstand einhalten müssen und weniger Leute hereinlassen, nicht erfüllen müssen", erklärt Straka, der das ab 25. Oktober stattfindende Turnier überantwortet, gegenüber der Austria Presse-Agentur.

Man habe mit dem Vorverkauf noch zugewartet, da man nicht wusste, welche Kapazitätsbeschränkungen es geben könnte. "Wenn die Leute geimpft oder genesen reindürfen, dann rechnen wir mit einem vollen Haus. Deshalb unterstützen wir das."

Botschaft: Mit Impfung frei bewegen

Straka glaubt, dass es bei den Tennis-Fans im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung weniger Impf-Skeptiker gibt. "Es ist wichtig, dass man das auch von Regierungsseite so schnell wie möglich ankündigt, denn wenn sich jemand aufgrund des Erste Bank Open impfen möchte, dann soll er die zeitliche Möglichkeit dafür haben." Eventuelle Antikörpertests spielen dabei übrigens keine Rolle. Auch auf 1G, also nur Impfung, war man vorbereitet. "In Wahrheit ist 2G eh 1G, weil wenn einer nicht zufällig krank war, muss er sich impfen lassen."

Für Beschäftigte in der Halle (außer dem Spielertross) galt ohnehin die Vorgabe, dass jeder geimpft sein muss, berichtet Straka. "Es geht darum, dass sich die Leute in der Halle frei bewegen können, und das ist die Botschaft." Das Feedback und das Interesse von Fans sei jedenfalls vielversprechend. Spieler werden ohnehin weiterhin PCR-Tests machen müssen, die berühmte "Blase" wird es allerdings nicht mehr in dieser Form geben. "Nicht für die Spieler, aber es wird keinen Kontakt zum Publikum geben", verrät Straka.

Das Thema Impfung ist natürlich auch auf der ATP-Tour ein Riesenthema, die ATP schreibt es ihren Spielern nicht vor, rät aber dazu. Straka dazu: "Es gibt zwei Probleme für die Spieler. Erstens, dass sie nicht wissen, wenn sie geimpft werden, was passiert - müssen sie pausieren, hat es Einfluss auf die sportliche Leistungsfähigkeit. Zweitens ist dadurch, dass sie so viel auf unterschiedlichen Kontinenten unterwegs sind, die Möglichkeit oft gar nicht da, dass du vier oder fünf Wochen später den gleichen Impfstoff bekommst." Bei den Topspielern sei der "überwiegende Teil" geimpft. "Lustigerweise, je weiter du nach hinten gehst, desto weniger lassen sie sich impfen", erzählt Straka. "Wir sind generell bei knapp 60 Prozent Durchimpfung auf der Tour."

Capitals pessimistisch

Weniger optimistisch gibt man sich bei den Vienna Capitals. Man erwarte durch die 2G-Regelung in Wien einen "weiteren Zuschauer-Rückgang, verbunden mit beträchtlichen Einnahmenausfällen". Die Capitals bestreiten in dem Zeitraum, der vorerst betroffen ist, sechs Heimspiele.

Bereits zuvor war der Club mit sinkendem Zuschauer-Zuspruch konfrontiert gewesen, sei es aus Sorge vor einer Covid-Ansteckung, oder der Weigerung einer "nicht unwesentlichen Gruppe an Fans", Covid-Maßnahmen (etwa Erbringung eines 3G-Nachweises) auf sich zu nehmen, heißt es gegenüber der Apa.

"Rückmeldungen aus der Fanbasis bezüglich der ab 1.10.2021 vorgeschriebenen 2G-Regelung halten sich aktuell noch sehr in Grenzen, wobei die Situation neu ist und man erst schauen muss, wie man in allen möglichen Situationen damit umgeht." In der Abbruch-Saison 2019/20 waren im Schnitt rund 5.000 Zuschauer (weitgehend Grunddurchgang) zu den Heimspielen der Capitals gepilgert.

Fivers unterstützen Impfaktion

Am Rande mit Sport hat indessen auch die Impfaktion in Margareten am Donnerstag zu tun. Von 10 bis 19 Uhr steht der Impfbus der Stadt Wien am Siebenbrunnenplatz für alle bereit – zusätzlich zum Stich gibt’s dort Freikarten für das Match am Samstag, den 25. September. Wer’s weniger sportlich mag, kann sich die Impfung immerhin mit einem frischen Schnitzerl des Siebenbrunner Cafes schmackhaft werden lassen. (red/apa)