Die italienische Regierung hat am Donnerstag die Forderung der in Triest protestierenden Hafenmitarbeiter abgelehnt, die am Freitag geplante Einführung der 3G-Pflicht für alle Arbeitnehmer in Italien um mindestens zwei Wochen zu verschieben. Dies berichteten die Gewerkschaften nach einem Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi.

"Die Regierung hält die 3G-Regel für ein wesentliches Instrument gegen die Pandemie", betonte der Chef des Gewerkschaftsverbands UIL, Pierpaolo Bombardieri. Die Regierung sei jedoch bereit, Unternehmen Steuerbegünstigungen zu gewähren, die ihren nicht geimpften Arbeitnehmern Zugang zu Tests garantieren wollen. Die Hafenmitarbeiter in Triest drohen mit einem Streik am Freitag, sollte die 3G-Pflicht nicht abgeschafft werden.

Die Gewerkschaften befürchten Streiks und Protestaktionen gegen die 3G-Pflicht am Freitag. "Wir sind besorgt, denn wenn es Spannungen und Konflikte gibt, tut dies dem Land nicht gut. Wir bemühen uns um Lösungen", so Bombardieri, der mit einem "komplizierten Freitag" in Italien rechnet. Er äußerte die Hoffnung, dass es nicht zu gewaltsamen Protesten komme.

Gefahr von Engpässen

Wegen der Pflicht zur Vorweisung des sogenannten Grünen Passes könnten bis zu 80.000 Lkw-Fahrer in Italien ausfallen, warnte der Logistikverband Trasportounito. Die Gefahr seien Engpässe bei den Lieferungen. "Die 3G-Pflicht wird italienischen Frächtern pro Tag mehr als 70 Millionen Euro an zusätzlichen Ausgaben kosten", berichtete Maurizio Longo, Chef von Trasportounito. Viele Fahrer seien aus dem Ausland und hätten den "Grünen Pass" nicht, weil sie nicht geimpft seien oder die Impfung aus ihren Heimatländern nicht anerkannt würden, hieß es vom Verband Fiap.

Ab dem 15. Oktober müssen italienische Arbeitnehmer den sogenannten Grünen Pass vorzeigen, wenn Sie zur Arbeit kommen. Diesen bekommt man mit einem Impfzertifikat, oder mit einem Schnelltest, der eine Gültigkeit von 48 Stunden hat und 15 Euro kostet. Diese Regelung sorgte bereits für landesweite Proteste und Ausschreitungen. In Italien hatten bis Mittwoch rund 85 Prozent der Menschen über zwölf Jahren zumindest die erste Impfdosis gegen Covid-19 erhalten. (apa)